Nach dritter OP

Hugh Jackman in Krebs-Kampagne

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Hugh Jackman mit Pflaster bei der "X-Men"-Premiere in New York.

Brisbane - Hugh Jackman (46) musste sich gerade zum dritten Mal ein Karzinom entfernen lassen - weißer Hautkrebs. Der  Oscar-Gewinner nutzt seinen Promi-Status, um seine Landsleute aufzurütteln.

Der ehemals "Sexiest Man Alive" beschwört sie, mehr Sonnencreme zu benutzen - gerade rechtzeitig zum Auftakt der Sommersaison auf der Südhalbkugel. Im November 2013 twitterte Jackman erstmals ein Bild von sich mit Pflaster auf der Nase. Seine Frau habe ihn zum Arzt geschickt. "Und wie recht sie hatte! Ich hatte ein Basalzellkarzinom. Seid nicht so dumm wie ich. Lasst euch untersuchen. Und tragt Sonnencreme auf!", schrieb er.

Tweet

Im Mai tauchte er zur Premiere von "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" wieder mit Pflaster auf: das zweite Karzinom. Im Oktober kam die dritte OP, wie seine Manager bestätigten. Jackman postete ein Foto von einer überdimensionalen Flasche Sonnencreme.

Jackman hatte ein Basaliom an der Nase - einen Tumor, der anders als ein Melanom normalerweise keine Metastasen bildet. Diese und eine ähnliche Tumorart werden deshalb auch halbbösartiger oder weißer Hautkrebs genannt. In Deutschland erkranken laut Deutscher Krebshilfe gut 200 pro 100.000 Einwohner im Jahr daran. In Australien sind es fast zehnmal mehr. Dort erhält jeder Dritte vor dem 70. Geburtstag eine Hautkrebsdiagnose. Wenn weißer Hautkrebs früh entdeckt wird, sind die Heilungschancen sehr gut. Auch der Sprecher von Hugh Jackman betont: "Er ist gesund."

Promis helfen bei Gesundheits-Aufklärung

Prominente helfen enorm, Gesundheitsrisiken publik zu machen. Nachdem die australische Sängerin Kylie Minogue 2005 über ihren Brustkrebs sprach, schnellte die Zahl der Patientinnen, die sich untersuchen ließen, in die Höhe, sagt Olver. Dass Schauspielerin Angelina Jolie 2013 über die Entfernung ihrer Brüste wegen eines erhöhten Krebsrisikos berichtete, hatte einen ähnlichen Effekt.

Die Krebsstiftung will in diesem Jahr vor allem junge Leute wachrütteln, mit Geschichten aus dem Leben. "Hautkrebs ist nicht etwas, das nur alte Leute betrifft", sagt Olver. Im Internetauftritt der australischen Krebsstiftung erzählt Grace Hamill, wie sie sich mit 16 einen Leberfleck entfernen ließ. "Ich wollte mir nur die Fäden ziehen lassen, da hieß es plötzlich: Du hast Krebs, Melanom Stadium 2", schreibt sie.

Nick Barnetts (34) entdeckte Tage vor seiner Hochzeit eine Hautveränderung am Kinn, die sich als Krebs herausstellte. "Und ich dachte als Teenager immer, Braunsein ist cool", berichtet er. "Die Einstellungen ändern sich langsam", sagt Olver. "In unseren Umfragen ist der Prozentsatz der 12- bis 17-Jährigen, die denken, Braunsein sei cool, in zehn Jahren von 60 auf 38 Prozent gesunken", sagt er.

In kaum einem anderen Land gibt es so viel Hautkrebs wie in Australien. "Die Europäer sind damals in Breitengrade mit einem Klima eingewandert, für das ihre Haut nicht geeignet ist", sagt Ian Olver, Direktor der Krebsstiftung Cancer Council. Das gute Wetter lockt die Menschen nach draußen: Strand, Grillen, und Sport im Freien gehören zum australischen Lebensstil. "Kein Problem, aber: Man muss sich eben immer dick eincremen", sagt Olver.

Dass Sonnenbräune schick wurde, soll an der französischen Designerin Coco Chanel liegen. Die Stilikone soll in den 20er Jahren bei einem Urlaub am Mittelmeer aus Versehen zu viel Sonne abbekommen und diesen Look dann - entgegen dem damaligen Trend - kultiviert haben.

dpa

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