Moderator reagiert mit Unverständnis

Ex verbietet Kachelmann Namensnennung

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Jörg Kachelmann bei der Buchmesse

Frankfurt - Jörg Kachelmann darf den vollen Familiennamen seiner ehemaligen Geliebten vorerst nicht mehr in der Öffentlichkeit nennen. Der Wettermoderator zeigt dafür kein Verständnis.

Wie die Anwälte von Claudia D. am Freitag mitteilten, hat das Landgericht Mannheim eine entsprechende einstweilige Verfügung erlassen. Demnach wird dem Moderator verboten, „die Antragstellerin in der Öffentlichkeit, insbesondere in seinem Buch "Recht und Gerechtigkeit - Ein Märchen aus der Provinz" sowie in Druckmedien, im Internet und in TV- und Radioübertragungen mit vollständigem Familiennamen zu benennen“ (Az. 3 O 99/12).

Kachelmanns Rechtsanwalt Ralf Höcker bestätigte die Zustellung der Verfügung und kündigte Widerspruch an: „Die Dame ist Radiomoderatorin, drängt sich mit allen Mitteln in die Öffentlichkeit, unter anderem mit einer Fotostrecke in der Bunten - dass man sie namentlich nicht nennen sollte, leuchtet mir nicht ein.“

Kachelmann selbst bleibt dabei: Die Namensnennung seiner Ex-Geliebten in seinem Buch „Recht und Gerechtigkeit“ hält er für gerechtfertigt. Es handle sich bei ihr um eine absolute oder relative Person der Zeitgeschichte, sagte der Wettermoderator am Freitag bei der Buchvorstellung auf der Frankfurter Buchmesse.

Außerdem habe Claudia D. sich in der Zeitschrift „Bunte“ selbst gezeigt. Und ihr Name sei ein halbes Jahr in Print- und Onlineausgabe der Zeitschrift „Emma“ kursiert. Chefredakteurin Alice Schwarzer sei nicht gefragt worden, „warum sie ihn ausschreibt“, betonte der 54-Jährige. „Wir haben auf dem aufgebaut, was Status quo war.“ Seine 26-jährige Frau und Co-Autorin Miriam fügte hinzu, die Geschichte hätte ohne Namen und Einzelfall nicht erzählt werden können.

Claudia D. war 2010 gegen Kachelmann vor Gericht gezogen, weil sie ihm Vergewaltigung vorwarf. Die Richter sprachen den Moderator jedoch im Mai 2011 aus Mangel an Beweisen frei. Die Ex-Geliebte hatte am Donnerstag über ihren Anwalt durchgesetzt, dass das Buch nicht weiter an die Läden verteilt werden darf.

Von der Erstauflage von 50.000 Exemplaren sind nach Angaben des Heyne-Verlags bisher 40.000 ausgeliefert worden. Sie sind nicht von der einstweiligen Verfügung betroffen. Die Verfügung sei mit 300 Seiten sehr umfangreich und habe noch nicht gebührend bearbeitet werden können, sagte Verleger Ulrich Genzler. „Nach genauer Prüfung werden wir Widerspruch einlegen und alle Rechtsmittel ausschöpfen.“ Er sei zuversichtlich, „dass der Name genannt werden darf“, sagte Kachelmann.

"Das ist kein Kachelmann-Jammerbuch"

In dem Exemplar, das während Kachelmanns Pressekonferenz ausliegt, sind Stellen geschwärzt. Bevor das Ehepaar Kachelmann Platz nimmt, besprechen sie sich flüsternd, während der Pressekonferenz sitzen sie eng beieinander. Ihm sei Unrecht geschehen, das über den individuellen Einzelfall hinausgehe, betonte der 54-Jährige. „Das ist kein Kachelmann-Jammerbuch.“ Er wolle, „dass jeder Vergewaltiger in den Knast kommt“, betonte er.

Aber es sei heute eine sichere Sache, eine Falschbeschuldigung zu machen, sagte Kachelmann. Diese Beschuldigungen müssten erkannt und bestraft werden. Auf die Frage, ob er seiner Ex-Geliebten mit dem Buch nicht eine Bühne gebe, sagte Kachelmann, es handle über weite Teile nicht von ihr. „Sie ist nicht wichtig.“ Es gehe ihm nicht um Emotionen, sondern um die Sache. „In mir und uns wohnen weder Wut noch Hass“, betonte Kachelmann. Trotz Verteidigung der Namensnennung sprach er den kompletten Namen seiner früheren Geliebten am Freitag bei der Pressekonferenz nicht aus.

dpa/dapd

Urteil im Fall Kachelmann: Die Stationen des Prozesses

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