Im Mittelmeer

300 Menschen an Bord: Wieder Flüchtlingsschiff in Seenot

Rom - Erneut ist im Mittelmeer ein Flüchtlingsschiff mit mehreren hunderten Menschen an Bord in Seenot geraten. Mindestens 20 Passagiere sollen bereits tot sein.

Im Mittelmeer ist am Montag offenbar schon wieder ein Flüchtlingsschiff mit hunderten Menschen in Seenot geraten und sinkt ohne Aussicht auf rechtzeitige Rettung. Ein Passagier rief von Bord aus die Internationale Organisation für Migration (IOM) an. "Der Anrufer sagte, dass mehr als 300 Menschen auf seinem Boot sind und dieses sinkt und schon mindestens 20 Menschen tot sind", erklärte die IOM.

Der Hilferuf ging im IOM-Büro in Rom ein. Den Angaben des Anrufers zufolge sind drei Schiffe dicht beieinander vor der libyschen Küste unterwegs, er sitze in einem von ihnen. Die genaue Position konnte jedoch zunächst nicht bestimmt werden. Die IOM alarmierte die Küstenwache. Doch wegen der Tragödie vom Sonntag mit je nach Angaben rund 700 oder 900 Toten fehlten der Küstenwache derzeit die Mittel, nach dem anderen Schiff zu suchen, teilte die IOM weiter mit.

"Die Küstenwache wird vermutlich Handelsschiffe zu dem kenternden Boot schicken", hieß es bei der IOM. Allerdings weigerten sich einige kommerzielle Schiffe, bei der Rettung zu helfen.

In der Nacht zum Sonntag war es vor der libyschen Küste zur vermutlich schlimmsten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer gekommen. Nach unterschiedlichen Angaben befanden sich zwischen 700 und 950 Menschen an Bord des Unglücksschiffes. Nur 28 Menschen konnten durch die italienische Küstenwache gerettet werden.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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