"Kinderpornografie"

Absurd: Teenager wegen eigenen Sex-Selfies verurteilt

Raleigh - Weil er Nacktbilder von sich als Minderjährigem auf dem Handy hatte, ist ein 17-Jähriger verurteilt worden. Doch damit nicht genug.

Im amerikanischen Bundesstaat North Carolina ist ein 17-Jähriger wegen Besitzes von Kinderpornographie verurteilt worden. Das absurde an der Geschichte: Die freizügigen Fotos, die auf seinem Handy gefunden wurden, zeigen sein 16-jähriges Ich. Einer der Anklagepunkte lautet aufgrund seines damaligen Alters auf "sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen".

Nur mit einem Deal konnte der Jugendliche eine lange Gefängnisstrafe abwenden. Allerdings nur unter Auflagen: Zum Beispiel musste er sich bereit erklären, ein Jahr lang unangekündigte Durchsuchungen über sich ergehen zu lassen.

Die damalige Freundin des 17-Jährigen ist ebenfalls verurteilt worden. Auch sie hatte schlüpfrige Fotos von sich und von ihm auf ihrem Handy, die sie sich gegenseitig geschickt hatten.

Ein Kriminologe der Universität von Wisconsin, Justin Patchin, sagte gegenüber der englischen Zeitung The Guardian: "Diese Gesetze existieren zwar auf dem Papier, werden in der Regel aber nicht auf verliebte Teenager unter 18 Jahren, die sich im gegenseitigen Einverständnis Bilder schicken, angewandt. Kinder sollten nicht dafür belangt werden."

Die freizügigen Bilder auf dem Smartphone des damaligen Minderjährigen waren im Zuge von Ermittlungen an seiner Schule entdeckt worden. Einige Bilder von anderen Jugendlichen waren ohne deren Einverständnis in den Umlauf gekommen.

vf

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