"Ermittlungen machen Fortschritte"

Anschlagsserie in Thailand: Drei vorläufige Festnahmen

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Die Sicherheitsmaßnahmen in Thailand wurden nach den Anschlägen verschärft.

Bangkok - Nach der Anschlagsserie in Thailand sind mindestens drei Menschen vorläufig festgenommen worden. Den Ermittlern zufolge sind die Drahtzieher bekannt.

"Wir wissen, wer dahinter steckt", sagte Vize-Polizeisprecher Piyapan Pingmuang am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Demnach wurden zwei Menschen wegen der Anschläge in Hua Hin verhört, ein weiterer wurde in der Provinz Nakhon Si Thammarat festgenommen. Die Militärführung äußerte sich vorsichtiger und erklärte, es würden mehrere Menschen befragt. Verdächtig seien sie bislang nicht.

"Unsere Ermittlungen machen Fortschritte", sagte der Polizeisprecher. Er machte aber keine näheren Angaben zu den Verdächtigen oder zu deren Motiven. Er bekräftigte indes die Darstellung der Militärjunta, dass es sich bei den Anschlägen nicht um das Werk internationaler Terroristen gehandelt habe. "Ich bestätige nochmals, dass es ein Akt lokaler Sabotage war, nicht Terrorismus", sagte der Polizeisprecher. "Wir haben in Thailand keinen Terrorismus."

Festgenommene keine Verdächtigen

Ein Sprecher der herrschenden Militärjunta sagte, es gehe lediglich um Befragungen der Festgenommenen. "Sie werden nicht als Verdächtige behandelt, solange die Befragung nicht abgeschlossen ist und feststeht, dass einige von ihnen Gesetze gebrochen haben", sagte Winthai Suvaree.

Am Donnerstag und Freitag waren binnen weniger Stunden insgesamt elf Sprengsätze im Badeort Hua Hin, auf der Insel Phuket sowie im äußersten Süden Thailands explodiert, zudem gab es mehrere mutmaßliche Brandanschläge. Vier Thailänder wurden getötet und mehr als 30 weitere Menschen verletzt, darunter nach Angaben des Auswärtigen Amts vier Deutsche.

Bisher kein Bekennerschreiben

Wer hinter den Anschlägen steckt, ist unklar. Bislang bekannte sich niemand zu den Taten. Der Vize-Polizeichef des Landes, Ponsapat Pongcharoen, sagte indes am Sonntag vor Journalisten, die Polizei glaube, dass die Angreifer "noch immer in Thailand sind". Spekulationen, dass muslimische Rebellen aus dem äußersten Süden Thailands die Anschläge begingen, wiesen die Behörden hingegen zurück. Die Aufständischen kämpfen gegen die Staatsführung des vornehmlich buddhistischen Landes.

Für Thailands Militärführung ist die Anschlagsserie ein Rückschlag. Nachdem sich die Armee 2014 an die Macht geputscht hatte, stellte sie sich als Garant für Stabilität und Sicherheit dar. Wenige Tage vor den Anschlägen hatte die Militärführung in einer Volksabstimmung eine neue Verfassung absegnen lassen, die Kritiker als Versuch einer Zementierung der Militärherrschaft werten.

Tourismus-Flaute befürchtet

Hua Hin liegt rund 200 Kilometer südlich der thailändischen Hauptstadt Bangkok und ist ein beliebtes Reiseziel bei in- und ausländischen Touristen. Der am schwersten von den Anschlägen getroffene Badeort fürchtet nun einen Rückgang des Tourismus. Der Tourismus ist ein wichtiger Faktor im thailändischen Wirtschaftsleben und macht mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Das Auswärtige Amt hatte nach den Angriffen einen Reisehinweis auf seiner Seite veröffentlicht. Am Wochenende empfahl das Ministerium Reisenden weiterhin, öffentliche Plätze und Menschenansammlungen zu meiden und den Anordnungen der örtlichen Sicherheitskräfte und Behörden Folge zu leisten.

afp

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