Gefährlicher Arbeitsplatz

Asbest! Mitarbeiter aus Montparnasse evakuiert

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Soll Asbestbelastet sein: der Turm Montparnasse

Paris - 200 Mitarbeiter der Regionalverwaltung in Paris müssen ihr Quartier wechseln. Schuld ist ein neuer Bericht über die Asbestbelastung ihres Arbeitsplatzes - dem Turm Montparnasse.

Nach einem neuen Bericht zur Asbestbelastung im Hochhaus-Turm Montparnasse in Paris evakuiert die für den Großraum Paris ihre 200 Mitarbeiter aus dem Wolkenkratzer. Angesichts des "Gesundheitsrisikos" würden die Angestellten "ab heute" ausquartiert, teilte die Regionalverwaltung für den Raum Ile-de-France am Mittwoch mit. Zuvor hatte ein Experten-Abschlussbericht bestätigt, dass die unzulässig hohen Belastungen durch krebserregende Asbest-Fasern in dem Hochhaus, in dem 5000 Menschen arbeiten, auf "Lücken" bei der Art der Asbestsanierung sowie auf das Lüftungssystem zurückzuführen seien.

In dem markanten Hochhaus aus den 1970er Jahren, das jedes Jahr über eine Million Touristen wegen seiner beliebten Aussichtsplattform besuchen, läuft seit vielen Jahren eine Asbestsanierung. Im August hatte die Verwaltung eine teils deutliche Überschreitung der Asbest-Grenzwerte in mindestens 72 Fällen seit November 2009 festgestellt. Belastungen traten auch in öffentlich zugänglichen Bereichen des Turms auf. Vertreter eines Asbest-Opfer-Verbandes fordern daher seit langem, dass der gesamte Turm geräumt werden müsse, um die Asbestsanierung ein für allemal ohne Gesundheitsrisiken abzuschließen.

Der von den Behörden beauftragte Experte stellte nun laut der Präfektur Ile-de-France in seinem am Mittwoch vorgelegten Abschlussbericht fest, dass das im Tour Montparnasse umgesetzte Asbestsanierungssystem "eine bestimmte Anzahl von Lücken" aufweise. Es wurde auch bestätigt, dass die krebserregenden Fasern durch das Lüftungssystem über das ganze Hochhaus verbreitet wurden. Die Präfektur verlangte von den rund 300 Teileignern des Turms, die Schlussfolgerungen des Berichts binnen zwei Monaten umzusetzen. Die Arbeiten zur Asbestsanierung ruhen seit mehreren Monaten.

In dem 210 Meter hohen Turm arbeiten etwa 5000 Menschen in Büros und Geschäften. Die Präfektur von Paris drohte im Sommer mit der Räumung des gesamten Wolkenkratzers, sollten nicht dringend Maßnahmen gegen die Asbestbelastung ergriffen werden. Zwei in dem Turm ansässige Firmen hatten bereits im vergangenen Sommer selbst beschlossen, ihre Angestellten in anderen Büros unterzubringen. Die Justiz leitete wegen der Asbestbelastung im November eine Untersuchung ein.

afp

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