Babys mit Brüsten: China untersucht Milchpulver

Milchpulver in China wird erneut untersucht und steht im Verdacht zu viele Hormone zu enthalten.

Peking - Nach Berichten über abnormes Brustwachstum bei Babys lassen die chinesischen Gesundheitsbehörden jetzt die Produkte einer Milchpulvermarke untersuchen.

Die Ergebnisse der Tests sollen so schnell wie möglich der Öffentlichkeit vorgelegt werden, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag erklärte. Der Milchpulver-Hersteller Synutra betonte, seine Produkte seien sicher, es würden keine Hormone zugesetzt. Staatliche Medien hatten am Montag von einigen Babys im Alter zwischen vier und 15 Monaten berichtet, denen Brüste gewachsen seien.

Bei den Säuglingen in der Provinz Hubei seien ungewöhnlich hohe Werte zweier Hormone festgestellt worden, die für die Bildung von Muttermilch verantwortlich sind, hieß es. Nach Ansicht von Gesundheitsexperten könnten Hormone in dem Pulver darauf hindeuten, dass das Wachstum der betroffenen Kühe künstlich beschleunigt werden sollte. Milchpulver ist in der Volksrepublik ein höchst sensibles Thema.

Im Herbst 2008 erkrankten in China fast 300.000 Säuglinge an mit Melamin verseuchter Babynahrung, sechs Babys starben. Wegen des Skandals wurden ein Milchbauer und ein Verkäufer von Milchprodukten hingerichtet. Vor einem Monat wurden dann erneut mit Melamin belastete Lebensmittel entdeckt. In mindestens zwei Provinzen tauchten verseuchte Milchprodukte auf, darunter Milchpulver, das eigentlich bereits 2008 hätte vernichtet werden solle.

dapd

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