Mitten in der Ferienzeit

Bahnstrecke am Brenner wochenlang gesperrt

München/Innsbruck - Mitten in der Ferienzeit ist die Brenner-Bahnstrecke für Bauarbeiten voll gesperrt worden. Und das ausgerechnet im Ferienmonat August.

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) begannen am Montag mit den Hauptarbeiten zur Sanierung der Trasse, die damit für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht werden soll. Seit Montag müssen dafür Fahrgäste zwischen Innsbruck und Brenner auf Busse umsteigen und Güterzüge ausweichen. Die Regelung soll bis 10. September sowie zusätzlich an sechs Wochenenden gelten. Die Arbeiten seien voll im Zeitplan, hieß es bei der ÖBB.

Nach schweren Unwettern behindern zusätzlich Erdrutsche den Verkehr südlich des Brennerpasses in Tirol. Laut ÖBB ist die Bahnstrecke dort deshalb derzeit unpassierbar, Passagiere müssten auch dort in Bussen weiterreisen.

Von den Bauarbeiten an der Brennerbahnstrecke sind nach früheren Schätzungen rund 260 000 Fahrgäste betroffen, davon rund 100 000 Fernreisende. Die Fahrtzeiten verlängerten sich durch den Einsatz der Busse nicht. Nur der Nachtzug fahre über die Tauernstrecke bei Villach und brauche zwei Stunden länger. Der Güterverkehr mit rund 130 Zügen an Werktagen wird über verschiedene Strecken - unter anderem Villach und die Schweiz - geleitet.

Das 55 Millionen Euro teure Bauprojekt ist nach ÖBB-Angaben die größte Bahn-Sanierung in Österreich seit 30 Jahren. Die Arbeiten müssten im Sommer stattfinden, da es am Brennerpass auf 1350 Metern schnell einmal schneien könne. Die Strecke wird 54 Tage voll gesperrt. 26 Kilometer der 36 Kilometer langen Trasse zwischen Innsbruck und Brenner werden generalsaniert; Schienen und Schwellen würden ausgewechselt. Auch die Energieversorgung an der 1867 eröffneten Strecke, die heute zu den wichtigsten Nord-Süd-Magistralen zählt, muss erneuert werden. Während der Bahn-Vollsperrung werde es zum Ausgleich keine Bauarbeiten an der Autobahn geben.

dpa

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