Bei Neandertalern in Nordeuropa gab es Kannibalismus

+
Nachbildung eines Neandertalers im Neanderthal-Museum in Mettmann. Foto: Federico Gambarini

Tübingen (dpa) - Unter den Neandertalern im nördlichen Europa hat es Forschern zufolge Kannibalismus gegeben. Darauf wiesen bestimmte Schnitt- und Schlagspuren an bis zu 45 500 Jahre alten Knochen aus den Höhlen von Goyet in Belgien hin.

Das berichten Wissenschaftler um Hervé Bocherens von der Universität Tübingen im Fachjournal "Scientific Reports". "Die Überreste wurden sehr intensiv genutzt und tragen Hinweise auf Enthäutung, Zerteilung und Extraktion des Knochenmarks", heißt es in einer Mitteilung der Universität zur Studie.

Ob sie symbolischen Handlungen oder als Nahrung dienten, sei unklar. Ähnliche Rückschlüsse auf Kannibalismus unter Neandertalern waren zuvor bereits für Knochen in Spanien und Frankreich gezogen worden.

Vermutlich hätten die Neandertaler die Knochen ihrer Mitmenschen auch als Werkzeuge benutzt, hieß es weiter. Das zeigten unter anderem vier Knochen, die zur Nachbesserung der Kanten von Steinwerkzeugen dienten. "Solche Werkzeuge für die Nachbearbeitung wurden sonst häufig aus Tierknochen gefertigt."

Meistgelesene Artikel

Chaos in Valencia nach dem schlimmsten Unwetter seit 2007

Valencia - Das schlimmste Unwetter seit neun Jahren hat Valencia ins Chaos gestürzt. In der Region um die ostspanische Stadt regnete es bis in die …
Chaos in Valencia nach dem schlimmsten Unwetter seit 2007

Große Solidarität: Zé Roberto spielt für Chapecoense

Bogotá - Der Verein Chapecoense sollte am Mittwoch in Medellín zum Finale des Südamerika-Cups antreten. Doch auf dem Flug nach Kolumbien stürzt die …
Große Solidarität: Zé Roberto spielt für Chapecoense

Österreich: Frau soll Familie ausgelöscht haben

Böheimkirchen - In einem Haus in Niederösterreich sind am Donnerstag sechs Tote gefunden worden. Vieles deutet auf ein Familiendrama hin.
Österreich: Frau soll Familie ausgelöscht haben

Kommentare