Betrugsskandal um Abi-Bälle

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Im Fall der betrogenen Abiturienten weitet die Polizei nun ihre Ermittlungen aus.

Berlin - Der Betrugsskandal um Abitur-Bälle in Brandenburg und Berlin zieht immer weitere Kreise. Täglich melden sich mehr geschädigte Schüler und Eltern bei der Polizei.

Bei einer Razzia in Geschäftsräumen der Berliner Veranstaltungsfirma Easy Abi sowie in Privatwohnungen beschlagnahmte das Landeskriminalamt am Donnerstag mehrere Computer, Akten und Geld. Easy Abi soll Geld von mehr als tausend Schülern kassiert, die dafür geplanten Abi-Feiern aber nicht organisiert haben. Die geschädigten Schüler hoffen nun auf Spenden, um ihre Abiturfeiern zu retten. Unterdessen wurden ähnliche Betrugsfälle in Hamburg bekannt.

Bei den Durchsuchungen in Berlin konnten die Ermittler 360 000 Euro Bargeld sicherstellen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zudem seien das Geschäftskonto des Unternehmens sowie Privatkonten der Beschuldigten eingefroren worden.

Rund 20 Fahnder hätten die Geschäftsräume im Hauptsitz der Agentur und Wohnungen von vier Managern überprüft, sagte der Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Drei von ihnen seien dringend tatverdächtig. Sie seien zunächst in ihren Wohnungen angehört worden.

40 Strafanzeigen von Schülern und Eltern waren bei der Polizei allein am Donnerstag eingegangen. Mehr als 30 Schulen in Berlin und Brandenburg seien betroffen. “Wir kriegen laufend weitere Anzeigen“, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Der Schaden belaufe sich auf mindestens 200 000 Euro. In Brandenburg traf es Abiturienten in mehreren Orten.

Aus Hamburg wurden ähnliche Fälle bekannt. Der Veranstalter heiße anders als die Berliner Partyagentur Easy Abi, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Hamburg. “Wir prüfen, ob Verbindungen zwischen den beiden bestehen.“

Mehrere Berliner Schüler hatten für ihre Abi-Bälle bei Easy Abi meist über das Internet ihre Partys gebucht. Das Geld hatten sie an die Firma überwiesen, kurz vor den Feiern mussten sie nach Angaben der Polizei aber feststellen, dass die Agentur die versprochenen Säle in Hotels oder anderen Festräumen nicht reserviert hat. Dort war das Geld nie eingegangen. In einem weiteren Fall war der Betrug nach Angaben der Polizei aufgeflogen, weil Schüler über die Agentur eine Reise nach Spanien gebucht und noch immer nicht die notwendigen Reiseunterlagen bekommen hatten.

Nach Angaben von Polizeisprecher Neuendorf sind die Eigentumsverhältnisse bei Easy Abi undurchsichtig. Im Mai wechselten bei der Firma laut Polizei die Besitzer. Easy Abi hat neben Abi-Feiern und Reisen auch den Druck von Abi-Zeitungen oder T-Shirts für die Schüler organisiert. Die Firma hat neben Berlin noch Büros in Hamburg, Frankfurt am Main, Essen und München. Seit Bekanntwerden der Betrugsvorwürfe vor zwei Tagen ist Easy Abi Berlin nicht zu erreichen.

In der Zwischenzeit versuchen mehrere Schüler mit Spendenaktionen Geld aufzutreiben, um ihre Abi-Bälle doch noch zu retten. Viele Familien können nach Angaben von Betroffenen nicht nochmals Geld für neue Tickets ausgeben, nachdem sie teilweise schon bis zu 50 Euro bezahlt haben.

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