Schiff mit über 600 Menschen

19 Bootsflüchtlinge tot vor Lampedusa geborgen

Palermo - Italienische Rettungskräfte haben von einem völlig überladenen Flüchtlingsschiff vor der Insel Lampedusa 19 Tote geborgen.

Italienische Rettungskräfte haben von einem völlig überladenen Flüchtlingsschiff vor der Insel Lampedusa 19 Tote geborgen. Ein weiterer Mann sei beim Transport auf die italienischen Mittelmeerinsel gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag. Auf dem Schiff befanden sich demnach mehr als 600 Menschen, die Opfer seien offenbar erstickt. Derzeit werden fast täglich Flüchtlinge vor der italienischen Küste aufgegriffen.

Die Einsatzkräfte wurden von einem Handelsschiff alarmiert, das knapp 150 Kilometer vor Lampedusa im Mittelmeer unterwegs war, wie Ansa berichtete. Zwei Flüchtlinge seien mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus in Palermo auf Sizilien gebracht worden. Die Küstenwache und die Marine konnten zunächst nicht für eine Stellungnahme erreicht werden. Wegen des ruhigen Sommerwetters hat zuletzt die Zahl der Bootsflüchtlinge erheblich zugenommen.

Die italienische Marine greift nahezu täglich hunderte Migranten auf, die mit Schiffen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen versuchen. Die Flüchtlinge stammen meist aus Eritrea, Somalia und Syrien, doch auch Flüchtlinge aus Afghanistan, Pakistan und weiteren asiatischen und afrikanischen Ländern nehmen die gefährliche Überfahrt auf sich. In den vergangenen acht Monaten erreichten nach offiziellen Angaben mehr als 73.000 Flüchtlinge Italien. Die Regierung in Rom rechnet bis Jahresende mit insgesamt 100.000 Flüchtlingen.

Unterdessen traf ein Handelsschiff im sizilianischen Hafen Porto Empedocle ein, das am Donnerstag vor der libyschen Küste 61 Flüchtlinge in Seenot gerettet hatte. Ihr Boot sank während der Rettungsaktion, wobei bis zu 41 Menschen ums Leben kamen, wie Ansa berichtete. Die Überlebenden stammten demnach aus Gambia, Ghana und Mali. Laut italienischen Medien traf zudem ein italienisches Marineschiff mit 2168 geretteten Migranten im Hafen von Salerno ein.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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