Warum mussten sie sterben?

Die Opfer des Bomben-Dramas in Boston

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Die Opfer der Bombenexplosionen beim Boston Marathon: Der acht Jahre alte Martin, eine chinesische Studentin (23) und die Restaurant-Managerin Krystle (29).

Boston - Martin (8), Krystle (29) und eine chinesische Studentin (23): Sie alle wollten den Läufern des Boston Marathons an der Ziellinie zujubeln, als die verheerenden Bomben explodierten und sie in den Tod rissen.

Drei Menschen wurden bei den Bombenanschlägen beim Boston Marathon in den Tod gerissen: der acht Jahre alte Martin Richard, die 29-jährige Restaurant-Managerin Krystle M. Campbell und eine chinesische Studentin (23). Alle drei warteten zusammen mit Freunden oder Verwandten in der Nähe der Zielline im Zuschauerraum, als die beiden Sprengsätze kurz hintereinander explodierten. Ihr Tod sorgt für Entsetzen und Trauer auf der ganzen Welt.

Die 23 Jahre alte Chinesin war Studentin an der Boston University, wie die Hochschule am Dienstag bestätigte. Aus Rücksicht auf die Familie des Opfers wollten weder die Universität noch das chinesische Generalkonsulat in New York oder das chinesische Außenministerium den Namen der Getöteten preisgeben. Nach Angaben des Hongkonger Fernsehsenders Phoenix Satellite Television stammte die junge Frau aus der nordostchinesischen Stadt Shenyang und studierte in Boston Statistik. Laut Universität war die Studentin in Begleitung von zwei Freunden unter den Zuschauern in der Nähe der Ziellinie des Volkslaufs. Einer ihrer Begleiter wurde durch die Bombe verletzt und liegt im Krankenhaus, ist jedoch nicht in Lebensgefahr.

Das Schicksal von Familie Richard macht das Ausmaß der Tragödie besonders deutlich. Den acht Jahre alte Martin Richard beschreiben Freunde und Nachbarn als einen lebenslustigen Jungen, der gerne umherrannte, kletterte und es liebte, Fußball, Basketball und Baseball zu spielen. Martin war mit seinen Eltern Bill und Denise sowie seiner kleinen Schwester Jane im Publikum des Marathons, als eine der beiden Bomben Martin tötete und seiner Mutter und der sechsjährigen Schwester schwere Verletzungen zufügte. Die Familie hatte sich gerade mit Eiscreme versorgt und war in den Zuschauerraum an der Ziellinie zurückgekehrt. „Ich kann es noch gar nicht fassen“, sagt Jack Cunningham, ein Freund der Familie. „von einem Moment zum anderen ändert sich das ganze Leben.“ Lehrer und Mitschüler des getöteten Jungen werden von Seelsorgern betreut.

Krystle Campbell kam aus dem Bostoner Vorort Medford. Die 29-Jährige arbeitete im Management eines Restaurants. Ihr Vater William Campbell erzählt, dass sie mit ihrer Freundin Karen beim Marathon zuschauen wollte. Karens Freund sei unter den Teilnehmern gewesen. „Sie wollten ein Foto von ihm auf der Ziellinie machen. Als die Bombe hochging, waren sie genau dort“, sagt Campbell. Krystle starb und Karen erlitt schwere Beinverletzungen. „Ihr Bein wurde total zerstört“, sagt Campbell.

Gedenkfeiern für Bombenopfer

Hunderte Menschen haben bei kurzfristig organisierten Gedenkfeiern in Boston der Opfer der Bombenanschläge beim Marathonlauf gedacht. Mit US-Fahnen und Plakaten versammelten sie sich am Dienstagabend (Ortszeit) an verschiedenen Orten der Stadt, um gemeinsam zu singen und zu trauern. In einem Park nahe der Anschlagstelle zündeten viele Menschen Kerzen an und sangen die amerikanische Nationalhymne.

Boston: Die Trauer nach dem Anschlag

Boston: Die Trauer nach dem Anschlag

Bei einer speziell für das jüngste Todesopfer, den achtjährigen Martin Richard, organisierten Trauerfeier versammelten sich Hunderte Menschen in einem Park im Vorort Dorchester, wo Richard gewohnt hatte. Gemeinsam sangen sie „God Bless America“. Für einen für Donnerstag geplanten offiziellen Gedenkgottesdienst hat sich auch US-Präsident Barack Obama angekündigt.

Bosten trotzt Bombenterror - Viele joggen schon wieder

Doch die erschütterte Stadt reagiert auch mit Trotz auf den Terroranschlag. Schon Stunden nach den Anschlägen gehen die ersten wieder joggen. Das kollektive Ziel: Delr Boston-Marathon 2014. 

Viele Jogger tragen seit dem Anschlag extra ihre offizielle blau-gelbe Marathon-Kleidung. Schon Stunden nach dem Attentat gingen die ersten Menschen in Boston wieder joggen, „stark und unverwüstlich“ eben, wie US-Präsident Barack Obama die Stadt genannt hatte. „Ich lasse nicht zu, dass Terroristen mich davon abhalten, zu tun, was ich liebe“, sagt die für den Marathon aus Seattle angereiste Sheryl Perales.

Bomben-Anschlag beim Boston Marathon

Bomben-Anschlag beim Boston Marathon

Viele Hotels melden bereits die ersten Buchungsanfragen für den Boston-Marathon 2014. „Ich werde sicherstellen, dass ich nächstes Jahr hier bin“, sagt Christopher Glaser aus Woburn nahe Boston. Auch der Schweizer Didier Devaud, der mit einer neun-köpfigen Truppe beim Marathon angetreten ist, will 2014 erneut hier laufen. „Wir werden wiederkommen - und wir werden es für die Menschen tun, die bei der Veranstaltung gestorben sind oder verletzt wurden.“

dpa/AP

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