Mutmaßliche rechtsextremistische Tat

Scheune abgefackelt: Brandanschlag auf Nazi-Gegner

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Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus.

Jamel/Schwerin - In einer Scheune auf dem "Forsthof" des für seinen Kampf gegen Rechtsradikale bekannten Künstlerpaars Horst und Birgit Lohmeyer in Jamel ist in der Nacht zum Donnerstag ein Feuer gelegt worden.

Derzeit sei von Brandstiftung als Ursache auszugehen, teilte die Polizei in Wismar mit. Birgit Lohmeyer sagte demnach weiter, die Scheune stehe wenige Meter vom eigentlichen Wohnhaus entfernt. Es sei Glück, dass der Brand nicht darauf übergegriffen habe. Zeugen wurden um Hinweise gebeten.

Das Paar organisiert seit 2007 ein Open-Air-Musikfestival auf seinem Hof, um in dem kleinen Wohnort bei Wismar in Mecklenburg-Vorpommern gegen rechtsextreme Umtriebe und für Demokratie zu protestieren. Jamel gelangte zu trauriger Berühmtheit, weil sich dort gezielt Neonazis niederließen.

Wegen ihres Engagements gegen ihre größtenteils ganz offen rechtsextremen Nachbarn sind die Lohmeyers auch bundesweit bekannt. Bereits 2011 erhielten sie den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) will das Paar in wenigen Wochen mit ihrem Georg Leber-Preis für Zivilcourage ehren. Die Übergabe ist bei der diesjährigen Ausgabe des "Forstrock-Festivals" am 28. und 29. August geplant.

Die mutmaßlich rechtsextremistisch motivierte Attacke löste bundesweit erhebliche Besorgnis aus. Die Präsidentin der jüdischen Gemeinde in München, Charlotte Knobloch, erklärte, sofern sich die Tat tatsächlich als eine politisch motivierte Aktion von Rechtsextremisten herausstellen sollte, wäre dies "ein erneuter fürchterlicher Beweis dafür, wie brandgefährlich im wahrsten Sinn des Wortes alte und neue Nazis sind".

In Deutschland hatte es zuletzt mehrere Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben, die allerdings noch nicht bezogen waren. In Freital bei Sachsen zerstörten mutmaßlich rechtsextremistisch motivierte Täter mit illegalen starken Böllern vor etwa zwei Wochen das Auto eines Stadtrats der Linken, der sich für Flüchtlinge einsetzte. Rechtsextreme und ihre Sympathisanten machten an manchen Orten außerdem massiv gegen Ausländer mobil und bedrohten Lokalpolitiker.

afp

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