Atomkraftgegner kritisieren hohen Austritt von Radioaktivität - Betreiber weist Vorwürfe zurück

Debatte um Messwerte im AKW Gundremmingen

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Das AKW in Grunmemmingen bei Ulm.

Gundremmingen - Der Betreiber des Kernkraftwerks Gundremmingen hat Berichte über einen erhöhten Ausstoß von Radioaktivität bei Revisionsarbeiten in dem schwäbischen Kraftwerk zurückgewiesen.

Die Vereinigung "Internationale Ärzte zur Verhütung des Nuklearkrieges" (IPPNW) hatte zuvor über bedenklich hohe Werte im vergangenen September berichtet.

Nach Angaben der IPPNW sollen die Emissionswerte zu Beginn der Jahresrevision in Gundremmingnen "schlagartig in extremer Weise" zugenommen haben. Die Konzentration radioaktiver Edelgase habe zeitweise "im Maximum das 500-fache des Normalwerts" erreicht, teilte die Organisation in Berlin mit.

Diskussion um Tagesgrenzwert

Der Kraftwerksprecher versicherte dagegen am Samstag, während der Jahresrevision in Gundremmingen seien alle Grenzwerte für den Ausstoß radioaktiver Stoffe eingehalten worden. Die kontrollierte Aktivitätsableitung habe weit unterhalb der genehmigten Grenzwerte gelegen.

Er verwies zudem darauf, bei der Gefahrenabschätzung sei ausschließlich der sogenannte Tagesgrenzwert relevant. Dabei handelt es sich um die Summe aller Ableitungen innerhalb von 24 Stunden inklusive des Spitzenwertes. Dieser Tagesgrenzwert sei auch am Tag mit den höchsten Emissionen um rund 85 Prozent unterschritten worden, betonte der Sprecher.

Die IPPNW hingegen kritisierte die bisherige Praxis. Bislang seien die entsprechenden Messwerte von den Aufsichtsbehörden und Kraftwerksbetreibern lediglich als über einen längeren Zeitraum nivellierte Mittelwerte veröffentlicht worden. Dabei seien die teils bedenklichen Emissionsspitzen verborgen geblieben. Deshalb forderte die Vereinigung nun "ungemittelte Halbstundenwerte aller radioaktiven Abgaben" von sämtlichen Meilern in Deutschland.

dapd

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