Dobrindt: Berufsverbot für Depressive wäre Risiko

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Depression ist eine weit verbreitete Krankheit. Foto: dpa

Berlin (dpa) - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht sich gegen Forderungen nach einem Berufsverbot für depressive Piloten als Konsequenz aus dem Germanwings-Absturz aus. "Ein höheres Risiko wäre es doch, wenn Anreize gesetzt werden, Depressionen zu verheimlichen."

Depressionen seien "heute eine weit verbreitete Krankheit, die in den meisten Fällen gut heilbar ist. Deshalb sollten wir Betroffene ermutigen, sich dem Arzt gegenüber zu öffnen."

Auch die ärztliche Schweigepflicht auszusetzen hält Dobrindt für keine gute Idee. "Ich glaube nicht, dass ein Aufheben der Schweigepflicht automatisch zu mehr Sicherheit führen würde", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". Die Schweigepflicht für Mediziner habe zu Recht "einen sehr hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft".

Die Germanwings-Maschine zerschellte am 24. März in den französischen Alpen. 150 Menschen starben. Der Copilot wird verdächtigt, das Flugzeug bewusst zum Absturz gebracht zu haben. Der Mann hatte laut Ermittlern 2009 schwere Depression und war suizidgefährdet. Er unterbrach damals seine Pilotenausbildung. Die Depression galt schließlich als abgeklungen und er setzte seine Ausbildung fort. Danach wurde ihm mehrmals volle Flugtauglichkeit attestiert.

Für den Tag des Absturzes war er krankgeschrieben, die ärztlichen Atteste lagen zerrissen in seiner Düsseldorfer Wohnung. Die Diagnose dieser Krankschreibung blieb bislang unveröffentlicht.

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