Sohn von RAF-Terroristin: So war meine Kindheit

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Felix Ensslin

Berlin - Felix Ensslin, Sohn der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, hatte als Kind Probleme mit seiner Herkunft. “Ich habe das als große Katastrophe empfunden, als ich mir das wirklich bewusst gemacht habe.“

Das Weggehen der eigenen Mutter sei etwas, das nie richtig vergehen könne, sagte er der “Bild am Sonntag“. “Natürlich gab es Momente, wo ich mir gewünscht habe, meine Eltern hätten überlebt und ich hätte sie in meinem Leben gehabt“, sagte er.

Seine Pflegeeltern seien konservativ gewesen und hätten keinen Fernseher im Haus gehabt. “Vielleicht wollten sie auch nicht, dass ich da etwas sehe.“ Doch andere Kinder hätten ihm erzählt, dass seine Mutter im Gefängnis sitze.

Ensslin findet es gut, dass der Kinofilm “Wer wenn nicht wir“ die Vorgeschichte des RAF-Terrors zeigt. “Bei solchen Ereignissen, die mit Mord und Totschlag enden, tendiert man dazu zu sagen: große Tragödie! Das musste ja so enden!“ Doch der Film zeige, dass nicht alles immer schon entschieden gewesen sei. “Es hätte alles auch anders enden können“, sagte Ensslin. “Das macht die Trauer vielleicht größer, aber auch realer.“

In dem Kinofilm “Wer wenn nicht wir“ erzählt Regisseur Andres Veiel die Liebesgeschichte von der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin und des Schriftstellers Bernward Vesper, den Eltern von Felix Ensslin.

dapd

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