Erdeben der Stärke 4,8 erschüttert Hessen

+
Der Seismograph der Erdbebenwarte in Bergisch-Gladbach zeigt den Ausschlag des Erdbebens am Valentinstag in Rheinland-Pfalz.

Wiesbaden - Sekundenlang bebte am Montagmittag in Teilen Deutschlands die Erde. Schränke wackelten, Gläser klirrten. Doch es gab keine Verletzten oder größere Schäden.

Ein Erdbeben hat am Montag viele Menschen in Hessen und Rheinland-Pfalz aufgeschreckt. Ausläufer waren auch in Nordrhein-Westfalen zu spüren. Das Beben hatte die Stärke 4,4, wie das hessische Landesamt für Geologie in Wiesbaden berichtete. Über Schäden oder gar Verletzte durch die mehrere Sekunden dauernden Stöße um 13.43 Uhr war zunächst nichts bekannt.

Beben der Stärke 4,4 sind den Angaben zufolge in der Region höchstens alle zehn Jahre zu beobachten. Erst vor knapp zwei Monaten, am 23. Dezember, hatte die Erde im Raum Mainz/Wiesbaden gewackelt, allerdings weit weniger stark. “Es war eher ein Erdstoß als ein Beben“, erzählte eine Lehrerin aus Bad Camberg der dpa. “Es war sofort sehr heftig.“ Dazu sei ein dumpfer Ton zu hören gewesen. “Der Schrank hat gewackelt und die Gläser darin.“ In allen betroffenen Regionen berichtete die Polizei von vielen Notrufen beunruhigter Menschen.

Das Epizentrum lag im rheinland-pfälzischen Rhein-Lahn-Kreis. Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie rechnete aus, dass die Auswirkungen wahrscheinlich im Umkreis von 80 Kilometern um das Epizentrum zu spüren gewesen sind. Die Ausläufer erfassten auch weite Teile Nordrhein-Westfalens bis Münster, teilte der Sprecher des Geologischen Dienstes, Ludger Krahn mit. “Das Beben ist für Mitteleuropa relativ stark“, sagte Krahn. Trotzdem seien Gebäudeschäden unwahrscheinlich.

Auch in Mittelhessen waren die Stöße zu spüren. An einer Hauswand in Brandoberndorf (Lahn-Dill-Kreis) bildeten sich Risse. In Marburg wackelten Türen und Schränke. “Das Haus hat etwas vibriert. Ich bin gar nicht darauf gekommen, dass das ein Erdbeben sein könnte. Ich dachte, in der Wohnung unter mir bohren Handwerker gerade ein Loch in die Wand“, berichtete eine Augenzeugin. Das Epizentrum der gegen 13.43 Uhr gemeldeten Erschütterung habe bei Nassau an der Lahn (Rhein-Lahn-Kreis) gelegen, berichtete Friedrich Häfner vom Landesamt für Geologie und Bergbau der dpa in Mainz. “Das ist eine ganz ordentliche Geschichte“, sagte er.

Nach Häfners Angaben hatte es bereits am Sonntagabend gegen 21.19 Uhr ein erstes Beben der Stärke 1,4 gegeben, dessen Epizentrum lag demnach bei Nassau. Am Montagmittag bebte es dann erneut; dieses Mal wurde die Stärke 4,4 gemessen, der Ursprung lag in fünf bis zehn Kilometern Tiefe. Nur kurz darauf um 13.50 Uhr habe es bei Hömberg (Rhein-Lahn-Kreis) ein Nachbeben der Stärke 2,8 in drei Kilometern Tiefe gegeben, hieß es.

dpa

Meistgelesene Artikel

Auto rast in Menschenmenge: Viertes Opfer gestorben

Melbourne - Über drei Straßenblocks hinterlässt ein Amokfahrer in Melbourne eine Spur der Verwüstung. Vier Menschen hat er mit dem Auto getötet. Der …
Auto rast in Menschenmenge: Viertes Opfer gestorben

Bus wird bei Verona zur Todesfalle: Heldenhafter Sportlehrer

Verona - Mitten in der Nacht prallt ein Bus gegen einen Pfeiler und fängt Feuer, ein Schülerausflug endet auf grausame Weise. Ein Lehrer rettet …
Bus wird bei Verona zur Todesfalle: Heldenhafter Sportlehrer

Bomben-Alarm: Eurowings-Flieger nach Köln evakuiert

Köln - Offenbar ist eine Eurowings-Maschine, eine Lufthansa-Tochter, die auf dem Weg von Oman nach Köln war, umgeleitet worden. Als Grund wird …
Bomben-Alarm: Eurowings-Flieger nach Köln evakuiert

Kommentare