Erzbischof Zollitsch gegen Abschaffung des Zölibats

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Erzbischof Robert Zollitsch

Freiburg - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat der Abschaffung des Zölibats eine entschiedene Absage erteilt.

In einem Beitrag für die Zeitung “Welt am Sonntag“, schaltete sich der Freiburger Erzbischof erstmals in die Reformdebatte der Kirche ein. Er wies dabei Forderungen des Theologenmemorandums etwa nach der Zulassung verheirateter Priester und von Frauen für kirchliche Ämter zurück. Auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend hatte deutschen Bischöfe zu einem offenen Dialog zu diesem Thema aufgefordert.

Mit Blick auf den wachsenden Priestermangel warnte Zollitsch “vor kurzschlüssigem Denken und vermeintlich einfachen Lösungen“. Zwar dürfe es bei der Diskussion über eine Reform des Priesteramts keine Denkverbote geben. “Aber wer sie führen will, darf sicherlich nicht bei plakativen Forderungen stehen bleiben, die viel mit Nützlichkeitskalkülen und Pragmatismus und wenig mit theologischer Durchdringung zu tun zu haben scheinen.“

Gleichzeitig bekräftigte Zollitsch die Gesprächsbereitschaft der Kirche über Reformschritte. “Auch wir Bischöfe gehen von der Überzeugung aus, dass Änderungen des kirchlichen Lebens und der Strukturen möglich und sehr wohl nötig sind.“ Die Bischofskonferenz werde auf ihrer Vollversammlung im März Vorschläge erarbeiten.

Der Oberhirte machte sich auch für deutsche Sonderwege bei möglichen Reformen stark. “Nicht jede Änderungsidee unterläuft schon deshalb die kirchliche Einheit und die Loyalität zum Papst, weil sie Neues beinhaltet. Nicht jeder Reformvorschlag betrifft die gesamte Kirche in gleicher Weise.“

Kardinal Brandmüller stimmt zu

Der aus Franken stammende Kardinal Walter Brandmüller hat die katholische Kirche aufgefordert, am Pflichtzölibat festzuhalten. Für einen Priester, der in Person Christi Sakramente spende, “ist es mehr als angemessen, dass er auch die Lebensform seines Meisters übernimmt. Und Jesus lebte bekanntlich zölibatär“, sagte Brandmüller am Sonntag in Bamberg.

Der 82 Jahre alte Geistliche war vor genau drei Monaten von Papst Benedikt zum Kardinal ernannt worden. Erstmals seitdem stattete der in Ansbach geborene Brandmüller seiner Heimatdiözese Bamberg einen Besuch ab. Brandmüller lebt seit zwölf Jahren im Vatikan, zuvor lehrte er Kirchengeschichte in Dillingen und Augsburg. Brandmüller gehört dem Domkapitel des Petersdoms in Rom an. Bis 2009 arbeitete er als Chefhistoriker in der Kirchenspitze mit.

Seit einigen Wochen ist die Debatte um die Pflicht zur Ehelosigkeit für katholische Priester erneut entfacht. Namhafte CDU-Politiker hatten die Kirche dazu ermuntert, auch verheiratete Männer zum Priesteramt zuzulassen, um etwas gegen den steigenden Priestermangel zu unternehmen. Brandmüller hatte die Politiker daraufhin heftig angegriffen. Mit ihrem Vorstoß beleidigten sie Jesus Christus selbst. Zur Diskussion in Deutschland um den Zölibat bemerkte Brandmüller nun: “Da schüttelt man manchmal schon mit dem Kopf.“

dpad/dpa

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