Nach Unglücke in Simbach und Braunsbach

Experte: Kleinere Gemeinden oft machtlos bei Hochwasser

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Wie nach mehreren Bombeneinschlägen: Braunsbach ist nach der Überschwemmung zerstört.

Rastatt - Bei Überschwemmungen in den vergangenen Wochen sind über zehn Menschen ums Leben gekommen. Doch wie kann man solche Unglücke verhindern? Ein Experte meint: gar nicht.

Gewachsene Gemeinden und Dörfer können sich nach Expertenansicht nur bedingt gegen lokale Hochwasserkatastrophen schützen. „Das Grundproblem bei kleinen Gebieten ist: In Dörfern wird bis an die Ufer von Bächen herangebaut“, sagte Emil Dister, Leiter des WWF-Aueninstituts am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Früher sei zwischen Haus und Bach immer eine Freifläche gewesen, wo sich das Wasser ausbreiten konnte.

„Das verhindert zwar Überflutung nicht, mindert aber Wasserhöhe und Schaden“, sagte Dister. Die Gebäude nach verheerenden Hochwassern weiter weg von Bach oder Fluss wieder aufzubauen, sei jedoch fast nie möglich. „Es wäre zwar vernünftig, aber mit enormen Eingriffen in das Eigentum verbunden.“

KIT-Experte: Besonders unter Brücken liegt die Gefahr

Die Gemeinden müssten sich aber fragen, an welchen Stellen genau es zum Aufstau des Wassers und auch zu Verstopfungen mit Gegenständen gekommen war. „Unter Brücken ist oft die Breite für das durchfließende Gewässer nicht ausreichend bemessen“, sagte der KIT-Experte. „Aus Kostengründen legt man ein kleines Rohr hinein und hofft, das nichts passiert.“

Die schlimmen Hochwasserschäden wie etwa in Braunsbach (Baden-Württemberg) vor zwei Wochen seien aus seiner Sicht auch durch solche Engstellen zu erklären. „Man könnte das verhindern, wenn man Durchgänge und Bemessungen von Brücken entsprechend gestaltet.“ Eine Nachrüstung sei aber teuer.

dpa

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