Facebook-Video wird gefeiert

Nach Köln: "Packt Eure Klamotten und geht nach Hause!"

Nach den schlimmen Ereignissen in der Silvesternacht brodelt die Stimmung im Netz. Ein Afrikaner, der in Deutschland lebt, trifft mit seinem Facebook-Video den Nerv der Bevölkerung. 

"Ich komme aus Afrika, lebe aber in Deutschland", erzählt Serge Nathan Dash Menga in einem Video, das er auf seiner eigenen Facebook-Chronik geteilt hat. Das Video zielt auf die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht ab. Zahlreiche Männer sollen Frauen in Köln umzingelt, begrapscht und bestohlen haben. Am Mittwoch konnte die Polizei einen kleinen Erfolg vermelden: 16 Verdächtige wurden bereits ausfindig gemacht. Auch in München sollen Frauen vor einer Disko belästigt worden sein.

Der Mann, der aus dem Kongo kommt, ist froh, in Deutschland sein zu dürfen. Denn in seiner Heimat schert sich niemand darum, was er für eine Zukunft hat: "Weder würde ich Hilfe vom Staat bekommen, wenn es mir beschissen geht, noch hätte ich die Möglichkeit, ein Krankenhaus besuchen zu können (...). Denn ohne Geld funktioniert bei uns gar nix."

In seinem Facebook-Post stellt Serge Nathan Dash Menga allen Ausländern, die in Deutschland leben, eine Frage: "Mit welchem Recht nehmen sich manche Menschen Sachen raus, die im Grunde genommen das Ansehen aller in Deutschland lebender Ausländer besudelt?" 

Und er geht sogar noch einen Schritt weiter: ""Packt einfach Eure Klamotten und geht nach Hause!"

Warum sind wir Ausländer in die BRDgekommen???!!

Posted by Serge Nathan Dash Menga on Donnerstag, 7. Januar 2016

Damit trifft der in Essen lebende Mann einen Nerv in der Bevölkerung – rund sechs Stunden nachdem er das Video hochgeladen hat, wurde es knapp 9.000 Mal geteilt und mehr als 12.000 Mal angesehen (Stand: Donnerstag, 17.23 Uhr).

Die Reaktionen fallen durchweg positiv aus. Ein Facebook-User findet sogar, dass dem Kongolesen ein Kurzfilm-Preis zustände. Ein anderes Mitglied des sozialen Netzwerkes schreibt: "Ich hoffe, Sie fühlen sich trotz allem noch wohl und willkommen in Deutschland. Wir brauchen Mitmenschen wie sie."

Bettina Pohl

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook/Serge Nathan Dash Menga

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