Nach Explosion: Fähre mit über 200 Passagieren brennt

+
Die litauische Fähre “ Lisco Gloria“ (Archivbild). Das Schiff war von Kiel nach Klaipeda (dem früheren Memel) unterwegs, als es nahe der Insel Fehmarn in Brand geriet.  

Cuxhaven - Eine Fähre mit mehr als 200 Personen an Bord ist in der Nacht zu Samstag auf der Ostsee in Flammen aufgegangen. Einige Passagiere wurden verletzt, die Löscharbeiten dauern derzeit weiter an.

Lesen Sie auch:

Gerettete nach Fährunglück in Kiel betreut

Nach Angaben des Havariekommandos in Cuxhaven gab es gegen Mitternacht eine Explosion auf dem Oberdeck der litauischen Fähre “Lisco Gloria“. Das Schiff war von Kiel nach Klaipeda (dem früheren Memel) unterwegs befand sich zu diesem Zeitpunkt nördlich der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn.

An Bord waren 204 Passagiere - unter ihnen 89 Lkw-Fahrer - und 32 Besatzungsmitglieder. Die Flammen griffen auf weitere Teile der rund 200 Meter langen Fähre über. Sechs Schiffe eilten der “Lisco Gloria“ zu Hilfe, darunter eine weitere Fähre.

Fähre in Flammen: Bilder vom Unglücksort

Fehmarn: Fähre in Flammen - dramatische Bilder der Rettungsaktion

Alle Menschen an Bord wurden lebend in Sicherheit gebracht. Sie sollten zurück nach Kiel gebracht werden, wo sie für den Morgen erwartet wurden. Das Havariekommando teilte mit, drei Verletzte seien mit Hubschraubern ausgeflogen worden.

Technischer Defekt offenbar Ursache

Die Explosion an Bord der Fähre ist nach Einschätzung von Experten durch einen technischen Defekt an einem der transportierten Lkw ausgelöst worden. Vieles spreche für eine technische Ursache, hieß es auf einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag in Kiel. “Alles andere, insbesondere eine vorsätzliche Handlung oder ein Terroranschlag, ist auszuschließen“, sagte der Leiter des Lagezentrums im Kieler Innenministerium, Joachim Gutt.

Die Löscharbeiten gestalten sich problematisch. Das leere Schiff stand auch am Morgen noch in ganzer Länge in Flammen. Mehrere Schiffe mit Löscheinrichtungen versuchten, der Flammen Herr zu werden, unter ihnen das Feuerlöschboot “Kiel“. Es könne nicht unbegrenzt Löschwasser in den Havaristen gepumpt werden, sonst drohe das Kentern des 200 Meter langen Schiffes, an dessen Bord sich zudem noch Treibstoff befinde. Vier Spezialisten verankerten das Schiff, damit es nicht weiter in Richtung der dänischen Insel Langeland trieb. Die Spezialkräfte beschränkten sich auf das Kühlen der Außenhaut des Schiffs.

Die 2002 gebaute “Lisco Gloria“ gehört der Reederei DFDS Seaways und hatte Kiel laut Fahrplan um 23.00 Uhr verlassen. Sie ist laut Reederei gut 23 Meter lang und bietet in den Kabinen Platz für 302 Passagiere.

dapd/dpa

Meistgelesene Artikel

Auto rast in Menschenmenge: Viertes Opfer gestorben

Melbourne - Über drei Straßenblocks hinterlässt ein Amokfahrer in Melbourne eine Spur der Verwüstung. Vier Menschen hat er mit dem Auto getötet. Der …
Auto rast in Menschenmenge: Viertes Opfer gestorben

Bus wird bei Verona zur Todesfalle: Heldenhafter Sportlehrer

Verona - Mitten in der Nacht prallt ein Bus gegen einen Pfeiler und fängt Feuer, ein Schülerausflug endet auf grausame Weise. Ein Lehrer rettet …
Bus wird bei Verona zur Todesfalle: Heldenhafter Sportlehrer

Grund zur Sorge? 13 Fakten zum Freitag den 13.

Freitag der 13.! Selbst wer nicht besonders abergläubisch ist, verbindet mit diesem Datum ein ungutes Gefühl. Wie genau der Aberglaube entstand ist …
Grund zur Sorge? 13 Fakten zum Freitag den 13.

Kommentare