Fall aus DDR-Zeiten

Frau nach 42 Jahren von Kindesmord-Vorwurf freigesprochen

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Eine 74-Jährige wird am Donnerstag vom Landgericht Neuruppin freigesprochen. Der Tod ihres Sohnes liegt über 40 Jahre zurück.

Neuruppin/Schwedt (Oder) - Sie soll ihren Sohn 1974 mit Gas vergiftet haben: Über 40 Jahre danach spricht das Landgericht die Mutter, heute 74 Jahre, frei. Eine anonyme Anzeige hatte den Fall wieder aufgerollt.

In einem mehr als 40 Jahre zurückliegenden Fall aus DDR-Zeiten ist eine 74-jährige Frau vom Vorwurf des Kindesmordes freigesprochen worden. Vor dem Landgericht Neuruppin in Brandenburg war sie angeklagt, in der Nacht zum 5. November 1974 in ihrer damaligen Wohnung in Schwedt ihren Sohn mit Gas vergiftet und ihn zum Sterben in sein Kinderbett gelegt zu haben.

„Wir wissen nicht, was in der Nacht tatsächlich passiert ist“

„Unsere Erkenntnisse reichten für eine Verurteilung nicht aus“, erklärte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann am Donnerstag. Das Gericht habe alles Mögliche unternommen, um die „prozessuale Wahrheit“ herauszufinden. Damit schloss sich die 1. Strafkammer der Forderung der Verteidigung an. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hatte auf Mord plädiert.

„Wir wissen nicht, was in der Nacht tatsächlich passiert ist“, betonte Lechtermann. „Wir sehen uns schlicht nicht in der Lage, belastbare Indizien zu produzieren.“ Staatsanwältin Anette Bargenda erklärte, dass sie die Argumentationskette des Gerichtes genau überprüfen werde. Erst danach werde darüber entschieden, ob sie Revision gegen das Urteil einlegen werde.

Ein Rechtsmediziner hatte seinerzeit einen Unfall als Todesursache ausgeschlossen und vor Gericht eine Kohlenmonoxidvergiftung des Jungen bestätigt. Zu DDR-Zeiten war das Todesermittlungsverfahren eingestellt worden. Aufgrund einer anonymen Anzeige kam es zu einem neuen Verfahren.

dpa

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