Fall "DSK": Richter lehnt Sonderstaatsanwalt ab

New York - Ein New Yorker Richter hat am Dienstag im Verfahren gegen den ehemaligen Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, die Einsetzung eines Sonderstaatsanwalts abgelehnt.

Zuvor hatte der Anwalt des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers einen solchen Sonderermittler gefordert, da der Bezirksstaatsanwalt voreingenommen sei.

Die Entscheidung gab Richter Michael Obus am Dienstag vor einer erneuten Anhörung Strauss-Kahns bekannt. Es wird erwartet, dass dabei das Verfahren gegen den Franzosen wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung einer New Yorker Hotelangestellten eingestellt wird.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat ihre Anklage gegen Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung offiziell zurückgezogen. Oberstaatsanwalt Cyrus Vance bat den zuständigen Richter Michael Obus am späten Montag, das Verfahren gegen den Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds zu schließen. In seiner Begründung beschreibt der Staatsanwalt das angebliche Opfer, das Zimmermädchen Nafissatou Diallo aus Guinea, als “notorische Lügnerin“.

Die Affäre Strauss-Kahn: Ein Sex-Krimi in Bildern

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Das spektakuläre Justizdrama um den 62-jährigen Strauss-Kahn hatte am 14. Mai begonnen, also genau 100 Tage vor dem Bekenntnis seines Anklägers, einer Lügnerin aufgesessen zu sein. Fest stand bereits, dass der Franzose am Dienstag seine Pässe zurückerhalten würde und dann als freier Mann in seine Heimat zurückkehren könnte.

Dort wartet zwar eine zweite Klage wegen angeblich sexueller Gewalt auf ihn, aber auch die Aussicht auf eine neue politische Karriere. Vor seiner Haft hatte Strauss-Kahn als aussichtsreicher Kandidat der Sozialisten für das Amt des französischen Präsidenten gegolten. Wie schnell er die New Yorker “Sexaffäre“ und den neuen Fall in seiner Heimat abschütteln kann, bleibt abzuwarten.

dapd/dpa

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