Gefährlicher Mafia-Boss in Neapel festgenommen

Neapel - Der italienischen Polizei ist erneut ein Schlag gegen die neapolitanische Mafia “Camorra“ gelungen. Ein gefährlicher Mafia-Boss wurde festgenommen.

Wie italienische Medien am Montag berichteten, konnten die Fahnder den 53-jährigen Mario Caterino in einer Wohnung in Casal di Principe bei Caserta festnehmen. Caterino war 2008 im sogenannten Spartakus-Prozess wegen Mordes und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der seit 2005 flüchtige Mafioso wurde vom Innenministerium auf der Liste der 30 gefährlichsten gesuchten Verbrecher geführt. Er galt als Nummer zwei des Camorra-Clans der Casalesi.

Der Spartakus-Prozess begann im Juli 1998. In zehn Jahren umfangreicher Ermittlungen überprüften die Ermittler 1300 Personen und vernahmen 508 Zeugen, darunter mehr als 24 “Pentiti“ (reuige Ex-Mafiosi). 2008 bestätigten die Richter die 16 Urteile über lebenslange Haftstrafen aus erster Instanz. Um seine Aussage zu verhindern, hatten die Casalesi noch kurz vor der Urteilsverkündung einen Unternehmer auf offener Straße erschießen lassen. Er hätte im Zusammenhang mit illegalem Müll-Handel aussagen sollen.

Der Camorra-Clan der Casalesi und seine brutalen Methoden waren in den vergangenen Jahren vor allem durch den Bestseller “Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra“ des italienischen Autors Roberto Saviano und die gleichnamige Verfilmung von 2008 auch international bekanntgeworden.

dpa

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