Nach 27 Jahren

Geiselgangster Rösner macht Kurz-Ausflug

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Geiselnehmer Hans-Jürgen Rösner in dem in Bremen gekaperten Linienbus. (Archivbild vom 17.08.1988)

Aachen - Der Gladbecker Geiselgangster Hans-Jürgen Rösner (58) hat zum ersten Mal nach 27 Jahren Haft das Gefängnis für einen mehrstündigen Ausflug verlassen.

Nach Angaben seines Anwalts Rainer Dietz hielt sich Rösner begleitet von drei Beamten vier Stunden lang in Eschweiler bei Aachen auf. Dabei sei er mit einer speziellen Hand- und Fußfessel unter der Kleidung gesichert gewesen.

Es habe sich um eine Maßnahme zur „Aufrechterhaltung der Lebenstüchtigkeit“ gehandelt, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums. „Er kann mal sehen, wie sich die Welt nach 27 Jahren verändert hat.“ Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte zuerst berichtet.

Rösner und sein Komplize Dieter Degowski waren im August 1988 nach einem missglückten Bankraub in der Ruhrgebietsstadt Gladbeck mit Geiseln geflüchtet. Beim drei Tage dauernden „Gladbecker Geiseldrama“ kamen drei Menschen ums Leben. Rösner wurde 1991 zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt. Laut Dietz kann er erstmals nächstes Jahr im Sommer Haftentlassung auf Bewährung beantragen.

Rösner müsse seine Strafe bis mindestens Juni 2016 verbüßen, sagte Ministeriumssprecher Detlef Feige. Bedingung für eine Haftentlassung seien „umfassende“ Lockerungsmaßnahmen - beispielsweise ohne Fessel und mit nur einem Betreuer auszugehen. Nach Einschätzung des Ministeriums ist nicht davon auszugehen, dass Rösner 2016 aus der Haft entlassen wird.

Nach früheren Angaben kann sein Komplize Dieter Degowski in der JVA Werl frühestens im August 2016 entlassen werden. Er wurde schon mit Lockerungsmaßnahmen auf seine Entlassung vorbereitet.

dpa

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