Geiselnahme endet unblutig

Geiselnahme in Paris: Täter nutzte Attrappe

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Eine Spezialeinheit der französischen Polizei steht vor dem Schulgebäude.

Paris - Eine Geiselnahme an einer Schule hat in Frankreich die Polizei am Dienstag in Atem gehalten. Ein Vater wird zum Opfer und muss rund vier Stunden zittern. Er wollte sein Kind zum Ferienspaß abgeben.

Der Geiselnehmer im französischen Vitry-sur-Seine hat für seine Tat in einer Schule eine Attrappe benutzt. „Es war ein Nachbau und zunächst als solcher nur schwer zu erkennen“, sagte Behördenvertreter Patrick Dallennes aus der Region Val-de-Marne nach dem glimpflichen Ende des Geiseldramas bei Paris. Dabei hatte am Dienstag ein bewaffneter Mann auf einem Schulgelände Geiseln genommen und seine Opfer später alle unverletzt wieder freigelassen. Der Vorfall ereignete sich am Morgen in der südlich der französischen Hauptstadt gelegenen Stadt Vitry-sur-Seine, als Eltern ihre Kinder zum Schulkomplex brachten.

Die meisten der Geiseln, darunter auch Kinder, seien bereits kurze Zeit später wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte die Polizei mit. Ein Elternteil habe sich aber mehrere Stunden in der Gewalt des Täters befunden.

Kurz nach Freilassung der letzten Geisel sei der Täter aus dem Gebäude gekommen, sagte der Präfekt der Region Val-de-Marne, Pierre Dartout. Teams der Polizei-Spezialeinheit RAID hätten mit dem Geiselnehmer verhandelt und ihn unverletzt festgenommen.

Täter nicht vorbestraft

Der Täter habe keine Waffe, sondern eine Kopie mit Gaspatronen benutzt, mit der er nicht hätte Töten können, sagte Dallennes. Über den Geiselnehmer und sein Tatmotiv war zunächst nichts bekannt. Aus Justizkreisen verlautete, er sei in seinen Dreißigern, wohnhaft in Vitry und sei nicht vorbestraft.

Bei den Verhandlungen mit der Spezialeinheit habe der Geiselnehmer zusammenhanglose Angaben gemacht, sagte ein Vertreter der Polizeigewerkschaft, Ludovic Magne, später. Er werde derzeit psychologischen Tests unterzogen, um zu prüfen, ob er in Polizeigewahrsam bleiben könne.

In Frankreich sind derzeit Ferien, in vielen Schulen finden aber Sommeraktivitäten statt. Auf dem Schulgelände, auf dem sich die Geiselnahme ereignete, befinden sich auch Kindergärten und Grundschulen.

Erst Anfang Juni hatte ein offenbar psychisch gestörter Mann in Toulouse vier Angestellte einer Bank als Geiseln genommen. Bei dem Zwischenfall gab es ebenfalls keine Toten.

dapd

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