Absturz der Germanwings-Maschine

Todes-Pilot: Auffälligkeiten in Kranken-Akte entdeckt

+
Andreas L. entspannt vor der Golden Gate Bridge in San Francisco.

Montabaur - Unbegreiflich: Der sympathisch wirkende Andreas L. soll 149 Menschen in den Tod gerissen haben. Wie wurde aus ihm der Todes-Pilot des Germanwings-Fluges? Was seine geheime Kranken-Akte aufdeckt.

Es sind die Bilder, die auf den ersten Blick so überhaupt nicht zusammenpassen wollen: Das Trümmerfeld in den südfranzösischen Alpen, die Leichenteile, das unfassbare Leid der Angehörigen nach dem Absturz des Germanwings-Fluges 4U9525 - und dann dieses Foto von dem Menschen, der das alles verursacht haben soll, Andreas L., ganz entspannt und stolz posiert er vor der Golden Gate Bridge. Pikant allerdings: Die Brücke in San Francisco genießt einen gewissen Kultstatus bei Selbstmördern. Trotzdem unfassbar: Dieser sympathisch und fröhlich wirkende Mann soll 149 Menschen mit sich in den Tod gerissen haben? Wie konnte es soweit kommen?

Am dritten Tag nach dem Absturz der Germanwings-Maschine geht die Spurensuche weiter. Das Haus des 27-jährigen Co-Piloten in Montabaur wurde durchsucht, mehr und mehr Details über sein Leben dringen an die Öffentlichkeit. Depressionen soll er gehabt, seine Flugausbildung unterbrochen haben. Schon Indizien auf das, was Jahre später in einer Katastrophe münden sollte?

Vermerk in Krankenakte des Co-Piloten weist auf psychische Probleme hin

In seiner Krankenakte steht nach Informationen der "Bild", dass er regelmäßig untersucht werden musste. Der Vermerk "SIC" deutet daraufhin. Es könnte ein Hinweis auf psychische Probleme sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass L.'s Motiv für die Tat mit einer Lebenskrise zu tun hat. Er soll Streit mit seiner Freundin gehabt haben, unter schwerem Liebeskummer gelitten haben.

Andreas L. war bis zum 24. März 2015 ein unauffälliger, freundlicher Mensch. So beschreiben ihn Menschen, die ihn kannten. Kein Einzelgänger, nur eben eher ruhig. Er wohnte bei seinen Eltern in Montabaur, hatte einen zweiten Wohnsitz in Düsseldorf. Der 27-Jährige war beliebt in seinem Flieger-Verein, sie schalteten sogar eine Trauer-Anzeige für ihn - bevor bekannt wurde, dass er die Maschine absichtlich abstürzen ließ.

Auch in Bayern war er öfter zu Besuch, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Seine Großeltern lebten in Neuburg. Nachbarn erzählen, dass er ein braver Bub war und gute Noten hatte. Musste er auch: Er wollte ja schon immer Pilot werden, das war sein Traum.

Und diesen erfüllte er sich: Zuerst wurde er Flugbegleiter, dann Pilot - aufgrund seiner ersten Berufswahl haben sie ihn scherzhaft "Tomaten-Andi" genannt. 2013 nahm die Lufthansa ihn trotz seiner Probleme in der Ausbildung als Pilot an.

Germanwings-Absturz: Einsatzbilder vom Unglücksort

Inwieweit die unfassbare Tragödie um Flug 4U9525 nun Konsequenzen auf den Psycho-Scan und die Ausbildung der Piloten haben wird, wird sich zeigen. Einige Airlines haben als erste Maßnahme die "Zwei-Personen-Regel" im Cockpit eingeführt. Andreas L. hatte den Kapitän ausgesperrt, als dieser auf die Toilette ging. Damit war das Schicksal von Flug 4U9525 besiegelt.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Familien-Streit eskaliert: Messerattacke am Hauptbahnhof Hannover

Hannover - Am Hauptbahnhof in Hannover ist es zu einem Messerangriff gekommen. Zwei Männer wurden verletzt. Auslöser war offenbar ein Streit zwischen …
Familien-Streit eskaliert: Messerattacke am Hauptbahnhof Hannover

Grund zur Sorge? 13 Fakten zum Freitag den 13.

Freitag der 13.! Selbst wer nicht besonders abergläubisch ist, verbindet mit diesem Datum ein ungutes Gefühl. Wie genau der Aberglaube entstand ist …
Grund zur Sorge? 13 Fakten zum Freitag den 13.

Bomben-Alarm: Eurowings-Flieger nach Köln evakuiert

Köln - Offenbar ist eine Eurowings-Maschine, eine Lufthansa-Tochter, die auf dem Weg von Oman nach Köln war, umgeleitet worden. Als Grund wird …
Bomben-Alarm: Eurowings-Flieger nach Köln evakuiert

Kommentare