Polizist beurlaubt

Graffiti-Sprayer stirbt nach Schuss aus Taser

Miami Beach - Ein junger Künstler ist in Miami Beach nach einem Schuss aus einem Polizei-Taser gestorben. Die Beamten hatten den 18-Jährigen beim illegalen Sprühen von Graffitis erwischt.

Der junge Mann habe am Dienstagmorgen in einem Viertel der Stadt im US-Bundesstaat Florida verbotenerweise die Mauer eines verlassenen Fastfood-Restaurants als Leinwand genutzt. Als die Beamten ihn dabei überraschten, sei er weggerannt und habe nicht auf die Rufe der Polizisten reagiert. Als sie ihn erreichten, hätten sie aus einer Elektroschockpistole auf ihn gefeuert, erklärte die Polizei am Donnerstag.

Im Arrest habe der Kolumbianer Zeichen des Unwohlseins gezeigt. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden, doch kurz darauf gestorben. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden und die Polizei warte auf die amtliche Autopsie zur Todesursache.

Freunde von Hernández sagten örtlichen Medien, er habe auch mehrere legale Graffitis gemacht und auf der Kunstmesse Art Basel ausgestellt, die jedes Jahr in Miami stattfindet. Ein ehemaliger Kunstlehrer des jungen Mannes sagte, der Sprayer sei einer der herausragendsten und talentierten Schüler seiner 20-jährigen Berufslaufbahn gewesen.

Freunde und Familie des Verstorbenen protestierten am Donnerstagabend gegen die ihrer Meinung nach unangebrachten Gebrauch des Polizei-Tasers, forderten Gerechtigkeit und riefen "Kunst ist kein Verbrechen". Einer der an dem Vorfall beteiligten Beamten wurde inzwischen beurlaubt, schreibt der "Miama Herald". Gegen den langjährigen Polizisten seien seit seinem Dienstbeginn im Jahr 2000 sechs Beschwerden unter anderem wegen "exzessiver Gewalt" eingegangen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf interne Polizeiunterlagen. Die gesamte Polizei-Einheit laut "Miami Herald" wiederholt wegen "aggressiven Verhaltens", "exzessiver Gewalt" und "mangelnder Aufsicht" Gegenstand von Überprüfungen.

Taser-Einsätze sind seit Jahren höchst umstritten und werden weltweit von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert. Laut Amnesty International starben allein in den USA seit Beginn des Einsatzes der Schockpistolen im Jahr 2001 mehr als 500 Menschen. Auch in Deutschland fordern Politiker den Einsatz von Polizei-Tasern

AFP

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

Meistgelesene Artikel

Lawinen-Drama in Italien: Acht Überlebende gerettet

Rom - Es grenzt an ein Wunder: Obwohl sie fast schon die Hoffnung aufgegeben hatten, Überlebende in dem verschütteten Hotel im italienischen …
Lawinen-Drama in Italien: Acht Überlebende gerettet

Auto rast in Menschenmenge: Viertes Opfer gestorben

Melbourne - Über drei Straßenblocks hinterlässt ein Amokfahrer in Melbourne eine Spur der Verwüstung. Vier Menschen hat er mit dem Auto getötet. Der …
Auto rast in Menschenmenge: Viertes Opfer gestorben

Grund zur Sorge? 13 Fakten zum Freitag den 13.

Freitag der 13.! Selbst wer nicht besonders abergläubisch ist, verbindet mit diesem Datum ein ungutes Gefühl. Wie genau der Aberglaube entstand ist …
Grund zur Sorge? 13 Fakten zum Freitag den 13.

Kommentare