Gummigeschosse und Wasserwerfer

Kein Ende der Gewalt in Nordirland in Sicht

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Die Polizei setzt in Nordirland Gummigeschosse und Wasserwerfer gegen die Randalierer ein.

Belfast - Die Gewalt in Nordirland hat einen neuen Höhepunkt erreicht: In der Nacht zum Samstag setzten Randalierer im Norden von Belfast Autos und Busse in Brand. Vier Polizisten wurden verletzt.

Die seit Wochen anhaltenden Ausschreitungen in Nordirland zwischen protestantischen Randalierern und der Polizei haben in der Nacht zum Samstag einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bei den Krawallen im Norden von Belfast und einigen Vororten wurden nach Polizeiangaben vier Polizisten verletzt. Die Demonstranten setzten den Angaben zufolge Autos und Doppeldecker-Busse in Brand und warfen mehr als 30 Brandsätze sowie Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizei. Die Ordnungshüter antworteten mit Wasserwerfern und Gummigeschossen. Zwei Randalierer wurden festgenommen.

Nach Angaben der Polizei blockierten die Demonstranten mehrere wichtige Straßenkreuzungen. Nach Informationen des "Belfast Telegraph" wurde an einer Ausfallstraße eine Rohrbombe gefunden. Die Demonstranten gaben den Protesten das Motto "Operation Stillstand". Die städtischen Behörden hatten den öffentlichen Nahverkehr schon am Nachmittag praktisch eingestellt. Tausende Belfaster verließen in ihren Autos die Stadt, um den Protesten zu entgehen. Eine Gegenbewegung hatte andererseits erfolgreich zur Party in der Innenstadt aufgerufen.

Hintergrund der seit Anfang Dezember anhaltenden Krawalle ist ein Streit um die britische Flagge. Der Union Jack weht einer Stadtratsentscheidung zufolge nur noch an ausgewählten Tagen auf dem Belfaster Rathaus. Das Symbol der Zugehörigkeit zu Nordirlands zu Großbritannien war bis Ende November noch täglich gehisst worden.

Die Änderung hatte die pro-irische, katholische Sinn-Fein-Partei vorangetrieben und mit Hilfe der überkonfessionellen Alliance Partei durchgesetzt. Die Katholiken wollen die Zugehörigkeit Nordirlands zu Großbritannien beenden und eine Wiedervereinigung mit der Republik Irland herbeiführen. Bei den seit Wochen anhaltenden Protestanten wurden inzwischen mehr als 70 Polizisten verletzt.

dpa

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