Gutachter soll Unfall auf Bahnübergang mit fünf Toten klären

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In den Trümmern dieses Autos starben fünf junge Menschen. Foto: Sebastian Schmitt/dpa

Auf einem Bahnübergang in einem idyllischen Weinbauort kracht ein Regionalzug mit voller Wucht in ein Auto. Das Fahrzeug wird zerfetzt. Fünf junge Menschen haben keine Chance. Eine Region steht unter Schock.

Monzingen (dpa) - Nach dem schweren Unfall mit fünf Toten auf einem Bahnübergang bei Bad Kreuznach laufen die Ermittlungen zur Unglücksursache. "Es wird einige Tage dauern, bis alles ausgewertet ist", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Der Zug eines privaten Bahnunternehmens hatte am frühen Samstagmorgen auf der Strecke Saarbrücken-Mainz-Frankfurt in hohem Tempo ein Auto erfasst und in Stücke gerissen. Fünf junge Männer im Alter von 16 bis 23 Jahren in dem Wagen starben.

Wieso sich das Auto mitten auf dem Bahnübergang mit Halbschranken in der Weinbaugemeinde Monzingen befand, soll ein Gutachter klären. Voraussichtlich erst am Montag werde auch entschieden, ob die Leichen rechtsmedizinisch untersucht würden, sagte der Sprecher.

Nach dem tragischen Verkehrsunfall herrsche in der Gemeinde "große Sprachlosigkeit und große Anteilnahme", sagte der Pfarrer der evangelischen Gemeinde Monzingen, Manfred Kaspar, der Deutschen Presse-Agentur. In einer Schweigeminute habe die Gemeinde beim Gottesdienst am Sonntagmorgen der Toten gedacht.

Die Verunglückten stammten zwar nicht aus dem 1600-Seelen-Ort, seien aber fast allen Monzingern bekannt. "Ich habe eines der Opfer getauft und konfirmiert", sagte der Pfarrer. Seinen Informationen zufolge waren die jungen Männer auf dem Rückweg von einer Geburtstagsparty. Über die Unfallursache wolle er nicht spekulieren, sondern die Untersuchungen abwarten.

In Monzingen leistete Pfarrer Kaspar nach eigenen Angaben während des Wochenendes in mehreren Familien Seelsorge. Ein Fußballspiel des Sportvereins Monzingen, das Sonntagabend nahe der Unfallstelle stattfinden sollte, sei abgesagt worden.

Nach ersten Ermittlungen war das Auto gegen 6.00 Uhr mit voller Wucht an der Seite getroffen und in Teile gerissen worden. Die Züge sind an der Stelle üblicherweise mit Tempo 120 bis 140 unterwegs. Nach Polizeiangaben fuhr der Zug mindestens 100 Kilometer pro Stunde. Die Wrackteile waren nach dem Unfall kaum noch als Auto erkennbar. Sie lagen nach Auskunft von Beobachtern in einem Umkreis von bis zu 500 Metern um den Bahnübergang.

Die Ermittler wollen herausfinden, ob ein technischer Defekt am Bahnübergang vorgelegen haben könnte. Dabei müsse auch noch geklärt werden, ob die Halbschranken unten waren, sagte ein Sprecher der Polizei. Auch Videoaufzeichnungen sollten ausgewertet werden.

In dem Zug befanden sich etwa 40 Fahrgäste. Von ihnen wurde niemand ernsthaft verletzt. Sie wurden mit Bussen weitertransportiert. Der Zugführer erlitt einen Schock und wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Bahnstrecke war rund acht Stunden lang gesperrt, erst am Samstagnachmittag durften wieder Züge fahren.

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