Häftling will Herkunft von Todesgift wissen

Washington - Aus einem ungewöhnlichen Grund hat eine Richterin im US-Staat Arizona eine für Dienstag geplante Hinrichtung ausgesetzt: Der Häftling will wissen, woher das Gift stammt.

Der Todeshäftling fordert Aufklärung darüber, woher das Barbiturat Thiopental stammt, das bei seiner Exekution verwendet werden soll. Richterin Roslyn Silver in Phoenix gab seinem Ersuchen statt, wie die Zeitung “The Arizona Republic“ berichtete. Die Staatsanwaltschaft soll nun der Verteidigung mitteilen, wer das Mittel hergestellt hat, damit geprüft werden kann, ob dem Delinquenten Jeffrey Landrigan Schmerzen bei der Hinrichtung drohen. Landrigan war 1990 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden und stand Ende 2007 schon einmal kurz vor der Exekution.

Dann wurde sie ausgesetzt, weil erst ein Urteil des Obersten Gerichts der USA abgewartet werden sollte. Dabei ging es darum, ob Hinrichtungen mit der Giftspritze als grausame Bestrafung anzusehen sind und somit gegen die Verfassung verstoßen. Das Gericht verneinte das, und ein neuer Termin wurde für Landrigans Exekution festgesetzt. Thiopental war in diesem Jahr US-weit knapp geworden.

Ende September hatte die Gefängnisbehörde in Arizona mitgeteilt, dass sie sich das Mittel beschafft habe. Landrigans Anwälte wollen nun wissen, ob der Staat gesetzliche Regulierungen umging, um sicherzustellen, dass das Mittel zur Verfügung steht. Sie argumentieren, ihr Mandant könnte qualvoll ersticken, wenn das Betäubungsmittel nicht so wirke wie es sollte.

dpa

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