Teile von Pfullingen überflutet

Hochwasser in Schwaben: Menschen in Tiefgaragen gefangen

Pfullingen -  Unwetter und Starkregen haben große Schäden im Südwesten angerichtet. Hart hat es Pfullingen getroffen: Autos wurden weggespült, Menschen waren eingeschlossen.

Erneut sind sonst harmlose Bäche im Südwesten nach Starkregen angeschwollen und haben schwere Schäden angerichtet. Das Unwetter in der Nacht zum Samstag hat in Pfullingen südlich von Stuttgart gravierende Folgen gezeitigt. Die Feuerwehr war unterunterbrochen im Einsatz, um überflutete Keller und Tiefgaragen abzupumpen, weggespülte Fahrzeuge zu bergen und einen Kellerbrand zu löschen. In kurzer Zeit waren in der 18 000-Einwohner-Gemeinde wegen Starkregen zwei Bäche über die Ufer getreten und hatten Teile der Stadt überflutet. Hinzu kam ein Hagelsturm.

„Es sieht verheerend aus im Stadtgebiet“, sagte Bürgermeister Michael Schrenk in der Nacht. Besonders öffentliche Gebäude wie Sporthallen und ein Museum seien betroffen. „Es sind großflächig große Schäden entstanden.“ Viele Menschen würden erst am Morgen sehen, was die zu Strömen angeschwollenen Echaz und der Eierbach angerichtet haben.

Erst Ende Mai hatte ein Unwetter in Braunsbach (Hohenlohekreis) zu schweren Verwüstungen geführt. Auch Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) war betroffen. Es hatte auch Tote gegeben.

Menschen kamen aber in Pfullingen am Fuße der schwäbischen Alb nicht zu Schaden, wie Dietmar All, Kommandant der Feuerwehr Pfullingen berichtete. Allerdings seien fünf Personen im Obergeschoss eines Gebäudes eingeschlossen gewesen, die sich wegen der Gefahr eines Stromstoßes nicht mehr hinaus getraut hätten. Eine Person saß zwei Stunden lang im Aufzug fest. Im Einsatz waren 261 Feuerwehrleute auch aus Nachbarkommunen mit 42 Fahrzeugen.

Nach Auskunft der Feuerwehr waren die Folgen gravierender als die des Unwetters im Jahr 2013. „Eigentlich sind das ruhige Bäche, am Freitagabend war das Wasser allerdings zwei Meter höher als normal“, berichtete ein Sprecher. Fast im Minutentakt gingen Notrufe ein. Auch im nahen Reutlingen richtete die Echaz Schaden an. So überflutete der Bach das Erdgeschoss eines Altenheims, dessen Bewohner in die oberen Stockwerke gebracht werden mussten.

Dass kübelartige Regenfälle Rinnsale wie den Eierbach so schnell ansteigen lassen, bezeichnete Zugführer Michael Schön als „brutales Phänomen“. Das sollte eigentlich nur alle 50 Jahre vorkommen. „Die 50 Jahre werden sehr kurz in der Zwischenzeit.“

dpa

Stromberg versinkt im Schlamm-Chaos - Bilder

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