Innenminister greift Loveparade-Veranstalter an

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Der NRW-Innenminister Ralf Jäger (l, SPD), spricht am Mittwoch (04.08.2010) in Düsseldorf mit dem Vorsitzenden des Innenausschusses, Horst Engel (FDP, r).

Duisburg - Der nordrhein-westfälische Innenminister, Ralf Jäger (SPD), hat erneut schwere Vorwürfe gegen die Stadt Duisburg und den Veranstalter der dortigen Loveparade erhoben.

In einer Sondersitzung des Innenausschusses im Düsseldorfer Landtag warf er der Stadt am Mittwoch vor, die dem Veranstalter um den Fitnessunternehmer Rainer Schaller gemachten Auflagen für die Großveranstaltung nicht kontrolliert zu haben.

Der Veranstalter wiederum habe sein eigenes Sicherheitskonzept nicht eingehalten und kommerzielle Ziele zur Leitlinie seines Handelns gemacht. Als Konsequenz aus der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten und mehr als 500 zum Teil schwer Verletzten forderte Jäger “hohe, klare und verbindliche Qualitätsstandards für die Sicherheit“ bei künftigen Großveranstaltungen.

Bilder: Trauer um die Toten der Loveparade

Bilder: Trauer um die Toten der Loveparade

Unter anderem müssten eingesetzte Sicherheitskräfte des Veranstalters über eine ausreichende Qualifikation verfügen. Zudem müsse es eine gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung in ausreichender Höhe für den Veranstalter geben. Für die Loveparade in Duisburg soll der Veranstalter lediglich eine Versicherung über 7,5 Millionen Euro abgeschlossen haben. Angesichts der vielen Opfer wird davon ausgegangen, dass das Geld bei weitem nicht ausreichen wird.

Die Polizei nahm Jäger erneut in Schutz. Sie dürfe nach der Katastrophe nicht zum Sündenbock gemacht werden, sagte er und betonte, wenn das Sicherheitssystem des Veranstalters funktioniert hätte, hätte die Polizei gar nicht erst zur Hilfe gerufen werden müssen. “Ich werde nicht zulassen, dass die Polizei als Sündenbock für die Fehler und Versäumnisse anderer herhalten muss“, sagte der Minister.

AP

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