Elf Jahre Haft im Rockerprozess

Duisburg - Knapp ein Jahr nach tödlichen Schüssen im Rockermilieu hat das Duisburger Schwurgericht ein Mitglied des Motorradclubs “Hells Angels“ zu elf Jahren Haft verurteilt.

Die Richter bestraften den Angeklagten am Montag wegen Totschlags. Er hatte am Abend des 8. Oktober 2009 ein Mitglied der rivalisierenden “Bandidos“ in Duisburg auf offener Straße erschossen. Die Richter werteten die Tat als “individuelles Finale eines Konfliktes zweier Motorradclubs“. Täter und Opfer hätten sich am Tatabend wie schon häufig zuvor “feindselig gegenüber gestanden“. Die Schießerei ereignete sich vor der Club-Gaststätte der “Bandidos“ in Duisburg.

Der Angeklagte musste laut Gericht mit seinem Auto an einer Ampel halten und wurde von mehreren vor der Gaststätte stehenden “Bandidos“ bemerkt. Das spätere Opfer lief auf den Wagen zu und forderte den 31-Jährigen anscheinend auf, auszusteigen und sich einem Kampf zu stellen, hieß es weiter. Der Angeklagte zückte eine Pistole und feuerte vier Mal, eine der Kugeln traf das Opfer in den Kopf. “Wir sind davon überzeugt, dass keine Notwehr-Situation vorgelegen hat“, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Schwartz in der Urteilsbegründung. Der 31-Jährige habe vielmehr mit dem festen Willen gehandelt, den anderen Rocker zu töten.

“Das war das individuelle Finale eines Konfliktes zweier Motorrad-Clubs“, sagte der Richter. Beide - Täter und Opfer - hätten die Eskalation förmlich hinaufbeschworen, weil sie “ihr Gesicht nicht verlieren wollten“. So habe der Angeklagte zum Beispiel die Gelegenheit verstreichen lassen, einfach loszufahren, als die Ampel wieder auf “Grün“ stand. Mit dem Urteil blieben die Richter zwei Jahre unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Antrag gestellt. Die anwesenden “Bandidos“ hatten das Gericht unmittelbar nach Verkündung des Strafmaßes verlassen. Von der Delegation der “Hells Angels“ wollte auch niemand etwas sagen.

dpa

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