Jemen: Gewalt eskaliert - mindestens 20 Tote

Sanaa - Die Gewalt im Jemen eskaliert. Laut Augenzeugenberichten stürmte die Garde von Präsident Ali Abullah Saleh am Montag ein Camp von Demonstranten. Dabei wurden mindestens 20 Menschen erschossen.

Der Jemen versinkt immer tiefer im Chaos. In der Nacht zum Montag töteten Soldaten in der südlichen Stadt Tais nach Angaben eines Arztes 20 Demonstranten, als sie eine Kundgebung mit Gewalt beendeten. In der Stadt Sindschibar setzte die Armee Kampfflugzeuge gegen mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida ein. Das meldete der Nachrichtensender Al-Arabija.

Einige Militärs, die sich am Wochenende von Präsident Ali Abdullah Salih losgesagt hatten, behaupten, der Präsident habe Sindschibar den Terroristen “kampflos übergeben“. Sein Plan sei es, sich den westlichen Regierungen, die seinen Rücktritt fordern, anschließend als mutiger Kämpfer gegen den Al-Kaida-Terror zu präsentieren. Diese Theorie bestritt die Regierung am Montag.

Die Proteste gegen Präsident Salih hatten vor vier Monaten begonnen. Seither sind durch die Auseinandersetzung zwischen den Regierungstruppen und den meist jungen Demonstranten nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 300 Menschen getötet worden. Der Konflikt erhielt vor einer Woche eine neue Dimension, als die Armee das Feuer auf die Residenz eines Stammesführers der Haschid in der Hauptstadt Sanaa eröffnete. Seither wird in dem Bezirk rund um das Haus von Scheich Sadik al-Ahmar geschossen.

Am Wochenende waren drei französische Mitglieder einer Hilfsorganisation in der Provinz Hadhramaut verschleppt worden. Salih regiert in Sanaa seit 1978. Einem Vorschlag der Golfstaaten für einen friedlichen Machtwechsel widersetzt er sich bislang.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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