Jesuiten wollen Missbrauchs-Opfer entschädigen

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Ein Priester hält einen Rosenkranz und eine bischöfliche Erklärung zu den Missbrauchsfällen durch Jesuiten-Pater in der Hand (Archivbild).

München - Der Jesuitenorden wird als erste Gemeinschaft der katholischen Kirche Opfern sexueller Übergriffe Entschädigungen anbieten, unabhängig von den Bischöfen.

Stefan Kiechle, als Provinzial oberster Vertreter der Jesuiten in Deutschland, sagte der “Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag), die Summe werde “im vierstelligen Bereich“ liegen. Man diskutiere, pauschal und einmalig 5000 Euro anzubieten, dies sei aber noch nicht entschieden.

Eine unabhängige Kommission solle klären, wer Anspruch auf das Geld habe. Für die Zahlungen sollen weder Spendenmittel verwendet noch Geld aus Projekten abgezogen werden, sagte Kiechle, “wir werden unseren Lebensstil einschränken müssen“. Im Januar war bekanntgeworden, dass Jesuitenpatres an mehreren vom Orden getragenen Schulen in den achtziger Jahren Schüler sexuell missbraucht hatten. Bislang haben sich 200 Opfer gemeldet.

Die deutschen Bischöfe treffen sich von Montag an zur Herbstvollversammlung in Fulda. Die Bischofskonferenz hat zwar erklärt, dass sie im Prinzip bereit sei, Opfer von sexuellen Übergriffen zu entschädigen, kann sich aber offensichtlich derzeit nicht auf einen Modus einigen, wie das geschehen soll. Kiechle betonte, dass der Orden “nicht an der Bischofskonferenz vorbei oder gar gegen die Bischöfe“ handeln würde. “Aber wir sehen, dass wir jetzt ein Zeichen setzen müssen, damit es um der Opfer willen vorangeht.“

dpa

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