Neues Phänomen?

Prügelattacken mit "latenter Tötungsabsicht"

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Blumen und Kerzen vor der Rathaus-Passage am Alexanderplatz.

Berlin - Nach der tödlichen Prügelattacke auf den 20-jährigen Jonny K. am Berliner Alexanderplatz fordern Experten und Politiker mehr Polizeipräsenz in der Öffentlichkeit.

Heinz Buschkowsky (SPD) , Bürgermeister von Berlin Neukölln, beobachtet bei immer mehr jugendlichen Straftätern eine „latente Tötungsabsicht“. „Das ist ein neues Phänomen“, sagte der SPD-Politiker der Zeitung „Die Welt“ (Montagausgabe). Buschkowsky sprach sich für eine stärkere Polizeipräsenz in der Öffentlichkeit aus, um Übergriffe einzudämmen. „Wenn es einen Brennpunkt gibt wie den Alexanderplatz mit ständigen Alkoholexzessen, muss man etwas tun.“ Der Vorschlag des Berliner Innensenators Frank Henkel (CDU), an einem solchen Ort eine Präsenzwache einzurichten, sei „vernünftig“.

Der Bernauer Jugendrichter Andreas Müller sagte dem Blatt: „Wir lassen rechtsfreie Räume zu und bekämpfen sie nicht genug.“ Mal passiere es in der S-Bahn, mal an einem international angefahrenen Ort wie dem Alexanderplatz. „Natürlich hilft hier Polizeipräsenz“, sagte er. Bei kriminellen Jugendlichen beobachtet Müller eine immer brutaler werdende Gewalt.

Kriminologen sehen allerdings keine Zunahme bei der Gewaltkriminalität. Die Diskrepanz zwischen den Zahlen und der Einschätzung von Gewalt erklärt der Kriminologe mit der intensiven Berichterstattung von Gewaltexzessen im öffentlichen Raum.

dapd

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