Drama auf Korsika

Als 16-Jähriger Familie getötet: "Andy" schuldunfähig

Aix-en-Provence - Ein junger Mann, der als 16-Jähriger seine Familie erschoss, ist im Berufungsprozess als schuldunfähig eingestuft worden. Die Tat vor vier Jahren bleibt unerklärlich.

Ein junger Mann, der als 16-Jähriger auf Korsika seine Eltern und seine beiden Brüder erschoss, ist auch in einem Berufungsprozess für nicht schuldfähig befunden worden. Ein Schwurgericht in der südfranzösischen Stadt Aix-en-Provence bestätigte damit am Freitag ein Urteil erster Instanz gegen den nur als Andy bekannten Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf bis 15 Jahre Haft für den jungen Mann gefordert. Die Tat ist völlig rätselhaft.

Der bis dahin unauffällige Andy hatte in einer Nacht Mitte August 2009 als 16-Jähriger seine Eltern und seine beiden zehn Jahre alten Brüder mit dem Gewehr seines Vaters erschossen. Er flüchtete mit 2500 Euro in bar und einer wertvollen Uhr. Er verletzte sich anschließend an den Pulsadern, rief Freunde und die Polizei an. Sein Onkel fand ihn in der folgenden Nacht an einem nahegelegenen Strand. Andy hat die Bluttat eingeräumt, gibt aber an, in einem Zustand geistiger Umnachtung gehandelt zu haben.

Im November 2012 wurde er in einem ersten Prozess für nicht schuldfähig erklärt. Ein "psychisches Problem" habe seine "Urteilsfähigkeit zum Tatzeitpunkt ausgeschaltet", erklärte das Gericht damals. Auch im Berufungsverfahren attestierten zahlreiche Experten dem Angeklagten Persönlichkeitsstörungen, in der Frage der Schuldfähigkeit waren sie aber geteilter Meinung. Andy ist derzeit in einer psychiatrischen Klinik in Avignon untergebracht.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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