Keine Rettung für 107 gestrandete Grindwale

Wellington - Gut 100 Grindwale sind in Neuseeland ohne Überlebenschance in einer abgelegenen Bucht gestrandet. Wildhüter mussten die Tiere teilweise einschläfern, andere verendeten qualvoll.

Die Hälfte der Tiere war bereits verendet, als Wildhüter die Bucht erreichten, berichtete ein Mitarbeiter der Naturschutzbehörde am Montag im Rundfunk. Die anderen hätten eingeschläfert werden müssen.

Zwei ausländische Touristen hatten die Grindwale am Sonntag bei einer Wanderung in der Mason-Bucht auf der Stewart-Insel im Süden Neuseelands entdeckt. Sie brauchten mehrere Stunden bis zur nächsten Wildhüterhütte, um die Behörden zu alarmieren. Wie lange die Tiere schon am Strand lagen, wusste niemand.

Immer wieder stranden Wale in Neuseeland. Warum die Tiere in seichtes Wasser geraten, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Eine Theorie ist, dass die Wale mit ihrem empfindlichen Gehör wegen des Lärms durch Schiffe, U-Boote, Ölplattformen und seismische Untersuchungen im Wasser die Orientierung verlieren.

Als die Wildhüter die Mason-Bucht am Sonntag schließlich erreichten, lagen die Tiere zwar noch teilweise im Wasser, aber die Flut ging zurück. Sie hätten frühestens zwölf Stunden später versuchen können, die Kolosse ins Meer zurück zu bugsieren. Die noch lebenden Wale standen aber nach Einschätzung der Tierexperten bereits schwer unter Stress. Sie wären in der Sonne des neueeländischen Sommers und ohne Wasser verbrannt. Die Wildhüter beschlossen deshalb, die noch lebenden 48 Tiere einzuschläfern.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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