Kinderpornos im Stadtarchiv entdeckt

Wiesbaden - Tausende kinderpornografische Aufnahmen aus dem Nachlass eines Lehrers sind im Wiesbadener Stadtarchiv entdeckt worden. Wer die Bilder gefunden hat und warum sie so lange unentdeckt geblieben waren:

Die Bilder wurden am Freitag von einer Journalistin der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gefunden und der Polizei übergeben, wie die Wiesbadener Kulturdezernentin Rita Thies mitteilte. Es handele sich um zwei Kisten voller Negative, die bislang aber nur oberflächlich gesichtet worden seien.

Laut einem Vorabbericht der Zeitung geht es um Tausende Negative mit Aufnahmen von mehr als 40 Jungen. Die Fotos stammen demnach aus den 70er und 80er Jahren. Der Kunstlehrer habe die Jungen dazu gebracht, nackt in den Duschräumen der Schule, auf Klassenfahrten und in seinem Atelier zu posieren, berichtet das Blatt.

Nach Darstellung der Zeitung waren in dem Atelier eine Sauna und eine Dunkelkammer, in der der Lehrer Dutzende Jungen nackt fotografiert und sexuell missbraucht habe. Bekanntgeworden seien bislang fünf Fälle von mehrfachem Missbrauch von Sechstklässlern in den Jahren 1988 und 1989.

Die frühere Leiterin der Schule, Enja Riegel, sagte, nachdem Ende der 80er Jahre Missbrauchsfälle bekanntgeworden seien, habe sie das Schulamt informiert. Auf eine Strafanzeige sei auf Wunsch der Eltern der betroffenen Kinder verzichtet worden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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