Kommt sie jetzt frei?

Debra Milke: Hauptbelastungszeuge springt ab

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Debra Milke

Phoenix - 22 Jahre verbrachte sie in der US-Todeszelle. Doch nach einer unerwarteten Wende im Mordverfahren gegen Debra Milke könnte die gebürtige Berlinerin bald die Freiheit erlangen.

Die in den USA des Mordes beschuldigte gebürtige Berlinerin Debra Milke kann immer mehr auf ihre endgültige Freiheit hoffen. Nach einer Entscheidung der zuständigen Richterin in Phoenix (Arizona) darf der Hauptbelastungszeuge gegen Milke in einem geplanten neuen Prozess auf eigenen Wunsch die Aussage verweigern. Damit könnte das Verfahren platzen. Experten glauben, dass es für die Ankläger sehr schwierig würde, ohne den Zeugen einen Schuldspruch gegen die 49-Jährige zu erreichen.

Allerdings wurde erwartet, dass die Staatsanwaltschaft Berufung gegen die Entscheidung vom Mittwoch einlegt. Milkes Anwalt Michael Kimerer seinerseits sagte der Nachrichtenagentur dpa in der Nacht zum Donnerstag, dass die Verteidigung nun eine Einstellung des Verfahrens aufgrund fehlender Beweise beantragen werde. Die nächste gerichtliche Anhörung ist für den 17. Januar geplant. Ein neuer Prozess würde nicht vor 2015 beginnen.

Die Tochter einer Deutschen und eines Amerikaners war im Sommer nach rund 24 Jahren Haft - davon 22 Jahre in der Todeszelle - vorläufig entlassen worden. Eine Jury hatte sie seinerzeit zum Tode verurteilt, weil sie 1989 zwei Männer angestiftet haben soll, ihren vierjährigen Sohn Christopher zu töten. Ein Berufungsgericht hatte das Urteil im März wegen mangelhafter Beweislage für ungültig erklärt. Zurzeit ist Milke auf Kaution und mit einigen Einschränkungen in Freiheit.

Ausschlaggebend für das Todesurteil war die Aussage des damaligen Polizisten Armando Saldate. Er gab an, dass Milke ihm die Tat gestanden habe. Das Verhör hatte er aber nicht aufgezeichnet. Außerdem gab es keine Zeugen. Milke hätte zudem das Recht auf einen Anwalt gehabt, als sie mit Saldate sprach. Der heute pensionierte Ermittler war zwischenzeitlich auch mehrfach überführt worden, in anderen Fällen vor Gericht gelogen zu haben.

Bei einer gerichtlichen Anhörung in der vergangenen Woche hatten Saldetes Anwälte unter anderem argumentiert, dass der Ex-Polizist im Fall einer Aussage in Kreuzverhören auch zu Gerichtsfällen befragt werden könne, in denen er als Zeuge nachweislich die Unwahrheit gesagt hatte. Damit mache er sich angreifbar für eine strafrechtliche Verfolgung. In den USA darf laut der Verfassung niemand gezwungen werden, sich mit einer Zeugenaussage selbst zu schaden.

dpa

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