In deutscher Klinik

Kunstsammler Gurlitt unter Betreuung gestellt

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München - Cornelius Gurlitt lebte zurückgezogen - mit seinen geliebten Bildern. Deren Beschlagnahmung muss für den 80-Jährigen ein Schock gewesen sein. Nun ist er unter Betreuung gestellt worden.

Der Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt ist vorläufig unter Betreuung gestellt worden. Der 80-Jährige halte sich aus gesundheitlichen Gründen in einem Klinikum in Deutschland auf, bestätigte der Präsident des Amtsgerichts München, Gerhard Zierl, am Montagabend der Nachrichtenagentur dpa. Die dortigen Ärzte hätten den Antrag gestellt, ein Betreuungsverfahren aus gesundheitlichen Gründen einzuleiten, sagte Zierl auf Anfrage.

„Ich kann bestätigen, dass das Amtsgericht München eine vorläufige Betreuung angeordnet hat und dass jetzt in den nächsten Tagen und Wochen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen weitere Prüfungen und Entscheidungen ergehen werden.“ Es sei ein erfahrener Betreuer bestellt worden. Zierl betonte, dass es sich um eine vorläufige Maßnahme handele. Die endgültige Entscheidung stehe noch aus. Gutachten seien bereits in Auftrag gegeben.

In der Wohnung Gurlitts im Münchner Stadtteil Schwabing hatten die Behörden im Frühjahr 2012 die verschollen geglaubte Sammlung seines Vaters Hildebrand Gurlitt beschlagnahmt, der einer von Hitlers Kunsthändlern war. Erst in diesem Herbst war der spektakuläre Fund mit weit mehr als 1000 Werken publik geworden.

Gegen Gurlitt ermittelt die Staatsanwaltschaft in Augsburg wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung. Zunächst spielt die vorläufige Betreuung hier aber keine Rolle.

Fast 600 Bilder stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Rund 300 Bilder, bei denen es keinen solchen Verdacht gibt, sollte er zurückbekommen. Diese sollen Mitglieder seiner Familie gemalt haben oder sie waren erst nach 1945 entstanden - und gehören Gurlitt damit zweifelsfrei. Aber auch die Behörden hatten offenbar zumindest zeitweise Schwierigkeiten gehabt, an den zurückgezogen lebenden Mann heranzukommen.

Was die Bilder und mögliche Rückgaben angehe, dazu könne er nichts sagen, sagte Zierl. „Das geht weit über das hinaus, was für uns im Moment anliegt.“

dpa

Nazi-Raubkunst: Werke aus dem Gurlitt-Fund

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