Todeszahlen nach unten korrigiert

Zug-Unglück in Italien: Keine Hinweise auf deutsche Opfer

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Die beiden Züge sind nach dem Unfall völlig zerstört.

Bari - Bei einem der schwersten Zugunglücke Italiens sind in der Nähe von Bari im Süden des Landes zwei Züge frontal kollidiert. Mindestens 23 Menschen kamen dabei ums Leben. Wie konnte es dazu kommen?

Bei einem frontalen Zusammenstoß zweier Züge sind in Süditalien mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 50 wurden verletzt, wie die Gesundheitsbehörden laut Nachrichtenagentur Ansa mitteilten. Die Regionalzüge waren am Dienstagvormittag nördlich der Stadt Bari auf einer eingleisigen Strecke zwischen Corato und Andria zusammengestoßen. Es handelte sich um eines der schwersten Zugunglücke des Landes.

Der Unfall erinnert an das Zugunglück im bayerischen Bad Aibling, bei dem im Februar zwölf Menschen gestorben waren. Auf der eingleisigen Strecke zwischen Rosenheim und Holzkirchen waren zwei Nahverkehrszüge frontal ineinandergerast.

Polizist: "Schlimmste Szenen in meinem Leben"

Die ersten Helfer, die am Unglücksort eintreffen, sind schockiert. "Grauenhafte Szenen, schreckliche, habe ich gesehen", erzählt ein Polizist gegenüber Ansa. "Ich habe Tote gesehen, andere, die nach Hilfe riefen, Menschen, die weinten. Die schlimmsten Szenen in meinem Leben." Die Helfer können den Ort anscheinend nur schwer erreichen. Ein Zelt ist aufgebaut, in dem die Opfer behandelt werden.

Viele Menschen starben bei dem Zug-Unglück in Italien.

Verkehrsminister Graziano Delrio sagte, die Ursache des Unglücks müsse nun ermittelt werden. "Wir wissen noch nicht, was der Grund für den Zusammenstoß war." Die Umweltorganisation Legambiente kritisierte, dass es auf der veralteten Strecke kein automatisches Zugbremssystem gebe und wenig in die Bahnstrecken des Südens investiert werde. Auch menschliches Versagen wurde nicht ausgeschlossen. Zum Zeitpunkt des Unglücks gegen 11.30 Uhr herrschte gutes Wetter. "Sicherlich ist etwas so gelaufen, wie es nicht laufen sollte: Einer der beiden Züge sollte nicht dort sein. Welcher, weiß ich noch nicht", erklärte der Generaldirektor des Unternehmens, Massimo Nitti.

Züge vollkommen verkeilt, einige Waggons total zerstört

Die beiden Züge waren auf offener Strecke vollkommen verkeilt, einige Waggons total zerstört. "Es gibt viele Tote", sagte der Chef der Einsatzkräfte, Riccardo Zingaro. Medien berichteten, dass zahlreiche Menschen lange in den Trümmern gefangen waren. Der Unfallort zwischen Bäumen und am Rande eines Ackers sei nicht leicht zu erreichen. Einer der Lokführer sei ums Leben gekommen, das Schicksal des anderen sei ungewiss, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Berichten zufolge waren viele Studenten und Pendler in dem Regionalzug, der von dem privaten Unternehmen Ferrotramviaria betrieben wird. Beide Zügen hatten vier Waggons, von denen jeweils mindestens zwei schwer beschädigt wurden.

Regierungschef Renzi am Unglücksort

Der italienische Regierungschef Matteo Renzi verlangte eine schnelle Aufklärung und sprach den Opfern und deren Familien sein Mitgefühl aus. Er brach einen Besuch in Mailand ab und reiste an den Unglücksort. "Wir werden nicht ruhen, bis wir wissen, was passiert ist."

Bundestagspräsident Norbert Lammert kondolierte seiner italienischen Amtskollegin. "Unsere Gedanken sind bei den Familien der Verunglückten, bei den vielen Verletzten und bei den Rettungskräften, die sich unermüdlich im Einsatz befinden, um Menschenleben zu retten", hieß es in der Mitteilung.

2005 waren auf einer ebenfalls eingleisigen Linie zwischen Bologna und Verona bei einem Zusammenstoß 17 Menschen ums Leben gekommen. Damals gerieten die Regierung und die staatliche Eisenbahn in die Kritik, weil sie die Pläne zum Bau eines zweiten Gleises seit Jahren verschleppt hätten.

Keine Hinweise auf deutsche Opfer

Unter den Opfern des Zugunglücks in Süditalien sind nach ersten Erkenntnissen keine Deutschen. „Vollständig ausschließen können wir dies jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht“, hieß es am Mittwoch aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Die deutsche Botschaft in Rom stehe in engem Kontakt mit den örtlich Stellen, um schnell völlige Gewissheit zu haben. Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Züge bei Andria nördlich von Bari kamen mindestens 27 Menschen ums Leben.

Viele Tote bei Zugunglück in Italien - Bilder 

dpa/afp

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