Mehr als 420 Millionen Euro Schaden

Chaos-Unwetter in Asien: Mehr als 130 Tote

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Die Monsunzeit in Pakistan dauert von Mitte Juli bis Ende August.

Peking/Neu Delhi - In China, Pakistan und Indien wüten schwere Unwetter. Menschen werden von einstürzenden Gebäuden und Erdrutschen begraben und ertrinken in den Fluten. Mit anhaltendem Regen drohen neue Überschwemmungen.

Bei Erdrutschen und heftigem Regen sind in China, Pakistan und Indien mindestens 131 Menschen ums Leben gekommen.

Nach ungewöhnlich starken Niederschlägen warnten die Behörden in China vor neuen Überschwemmungen und verlängerten die zweithöchste Alarmstufe "Orange" für den Süden und Südwesten des Landes bis Dienstag. Mindestens 67 Menschen kamen allein im Reich der Mitte ums Leben. Tausende Häuser wurden zerstört. Die Schäden gehen die Milliarden.

Im Norden Pakistans kamen bei Überschwemmungen mindestens 36 Menschen ums Leben. Viele der Opfer waren Besucher einer Moschee. Wassermassen zerstörten das Gotteshaus und mehrere Häuser im Distrikt Chitral, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Sechs Menschen kamen beim Einsturz eines Daches um Leben. Drei der Opfer in Pakistan seien chinesische Ingenieure gewesen, die an einem Projekt in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa gearbeitet hätten, sagte Minister Shah Farman.

Die meisten Todesopfer durch Einstürze, Fluten und Erdrutsche

In Indien gab es mindestens 28 Tote, davon allein 18 im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand. Weitere 18 Menschen wurden am Sonntag noch vermisst. Die meisten Todesopfer seien unter einstürzenden Gebäuden oder von Erdrutschen begraben worden oder in den Fluten ertrunken, berichteten die Behörden.

Im nordöstlichen indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh an der chinesischen Grenze kam es am Freitag zu einem Erdrutsch in der Stadt Bhalukpong im Distrikt West Kameng. Die Zahl der Toten stieg dort bis Sonntag auf zehn, wie die Polizei mitteilte. Der Wetterdienst sagte für die nächsten Tage weitere Regenfälle voraus.

Die Niederschläge entlang des Jangtse-Stromes in China waren um 20 Prozent höher als in den vergangenen Jahren, sodass am mittleren und unteren Lauf des Flusses mit Überschwemmungen gerechnet werden muss. Chen Guiya, Vizedirektor des Jangtse-Wasserkomitees, warnte laut Nachrichtenagentur Xinhua vor "großen Gefahren".

Zwei Tage nach einem Erdrutsch in der Provinz Guizhou in Südwestchina wurden bis Sonntag insgesamt 23 Tote geborgen, wie die Staatsagentur Xinhua berichtete. Das Unglück passierte am Freitag nach heftigen Regenfällen in dem Dorf Pianpo in der Nähe der Stadt Bijie.

Schaden beläuft sich auf 420 Millionen Euro

120 000 Menschen mussten wegen Überschwemmungen in den Provinzen Hubei, Jiangsu und Zhejiang aus ihren Häusern fliehen. 3600 Häuser wurden zerstört und 19 900 Hektar landwirtschaftliche Flächen beschädigt. Den finanziellen Schaden bezifferte das Innenministerium auf mehr als 3,1 Milliarden Yuan (420 Millionen Euro).

In der schwer betroffenen Provinz Hubei kamen laut Staatsmedien 30 Menschen ums Leben. Dort starben allein acht Menschen in der Metropole Wuhan, als eine 15 Meter lange und mehr als zwei Meter hohe Fabrikmauer einstürzte und Fußgänger unter sich begrub.

Soldaten mussten in der Stadt Macheng in Hubei mit einer Tonne Sprengstoff einen verstopften Abflusskanal des Xianggudun Wasserreservoirs sprengen, das in der Nähe verschiedener wichtiger Eisenbahn- und Autobahnstrecken liegt, wie Xinhua berichtete. Ein Dammbruch hätte das Leben von 70 000 Menschen in Gefahr gebracht.

Bei Überschwemmungen in Südchina kamen mindestens 14 Menschen ums Leben. Nach Angaben der Staatsmedien wurden dort 9000 Häuser zerstört und 710 000 Hektar Agrarflächen beschädigt. Die Schäden wurden auf 9,1 Milliarden Yuan (1,2 Milliarden Euro) beziffert.

dpa

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