Mordfall Dennis: Opfer gibt entscheidenden Hinweis

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Zeugen beschrieben den Täter als "Maskenmann".

Verden - Die Morde an Dennis K. und zwei weiteren Jungen ist aufgeklärt. Der 40-jährige Martin N. hat laut Polizei gestanden. Der entscheidende Hinweis auf den Mann kam von einem früheren Missbrauchsopfer.

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Den entscheidenden Hinweis auf den festgenommen 40-Jährigen, der Dennis K. und zwei weitere Jungen getötet haben soll, hat ein früheres Missbrauchsopfer gegeben. Der Zeuge habe sich nach demerneuten Fahndungsaufruf vor neun Wochen noch einmal bei der Polizei gemeldet, teilten die Ermittler am Freitag mit. Dabei machte er Angaben, die auf die Spur des 40-Jährigen führten, der nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums Martin N. heißt.

Der Zeuge berichtete demnach, er sei mehrere Monate vor dem Missbrauch bei einer Jugendfreizeit von einem Betreuer in auffälliger Weise auf seine Wohnsituation angesprochen worden. Der Täter drang dann 1995 in das Haus des Jungen ein.

Der 40 Jahre alte Pädagoge war bereits 2007 von der Soko “Dennis“ überprüft worden. Ein Verdacht erhärtete sich laut Polizei damals nicht, weil der Mann teils ausweichend geantwortet und falsche Angaben gemacht habe.

Das Amtsgericht Stade habe am Donnerstag Haftbefehl wegen dreifachen Mordes erlassen, hieß es. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Festgenommenen den Mord an dem neunjährigen Dennis K., dem achtjährigen Dennis R. und dem 13 Jahre alten Stefan J. vor. Zudem soll er versucht haben, einen Achtjährigen aus demselben Schullandheim wie Denis K. zu entführen. Der Neunjährige war im September 2001 verschwunden. Die Ermittler prüfen nun, ob dem 40-Jährigen über das Geständnis hinausgehende Taten anzulasten sind.

Dreifachmörder stand bereits zweimal vor Gericht

Der mutmaßliche Serienmörder hat nach diesen Verbrechen unerkannt zweimal wegen anderer Delikte in Hamburg vor Gericht gestanden. In beiden Fällen habe es weder Hinweise auf die Morde noch Anlass für dahingehende Ermittlungsansätze gegeben, sagte der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft, Wilhelm Möllers, der Nachrichtenagentur dapd am Freitag.

Erstmals sei der heute 40-Jährige Martin N. 2005 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt worden. Er soll zwei sechs- und achtjährige Jungen in seiner Wohnung auf nackter Haut am Bauch gestreichelt haben, wie Möllers sagte. Weil es sich um ein Vergehen “an der Grenze zur Straflosigkeit“ gehandelt habe, sei der Fall jedoch vom Amtsgericht Hamburg-Harburg gegen eine Geldauflage von 1.800 Euro eingestellt worden.

Im zweiten Fall musste sich der Mann ebenfalls 2005 wegen versuchter Erpressung vor dem Amtsgericht Harburg verantworten. Laut Anklage hatte er von einem Mann aus Berlin 20.000 Euro gefordert, ansonsten drohte er, Kinderpornos aus dessen Besitz zu veröffentlichen. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Mann habe diese Bewährungsfrist anstandslos bestanden, damit sei der Fall erledigt gewesen, sagte Möllers. Weitere Hinweise auf andere Straftaten habe es nicht gegeben.

Nach Angaben der Polizei arbeitete der Verdächtige zuletzt in der Erwachsenenbildung, früher sei der Pädagoge auch Jugendbetreuer gewesen.

Nachbarn sind entsetzt, Bürgermeister erleichtert

In der Nachbarschaft herrscht fast sprachloses Entsetzen über den 40 Jahre alten Mieter, der mindestens drei Jungs umgebracht und viele weitere sexuell missbraucht haben soll. Jahrelang konnte er sich hinter der Maske des Biedermannes verstecken.

“Wir können es einfach nicht fassen“, sagt ein älterer Nachbar zum wiederholten Male, der jahrelang Wand an Wand mit dem mutmaßlichen Kindermörder wohnte. Er beschrieb den mittlerweile in U-Haft sitzenden und geständigen 40-Jährigen als unauffällig. “Man hat von ihm nichts gehört. Wir können praktisch nichts sagen. Er ist vielleicht ein Eigenbrötler.“  

“Solange man den Täter nicht hat, schwingt immer die Befürchtung mit, der läuft immer noch frei herum, da kann wieder etwas passieren“, sagte Bürgermeister Martin Wagener (SPD) der Nachrichtenagentur dpa am Freitag in Osterholz-Scharmbeck. Am wichtigsten sei die Nachricht für die Familie. “Die können da wieder ihren Frieden finden.“

dapd/dpa

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