Mutter lässt Kind verwahrlosen - Bewährung

Berlin - Eine alleinerziehende Berliner Mutter hat ihren knapp zweijährigen Sohn in Schmutz und Ungeziefer verwahrlosen lassen. Sie bekam eine Bewährungsstrafe.

Wegen Verletzung der Fürsorgepflicht wurde die Frau zu 15 Monaten Haft mit Bewährung verurteilt. Die Wohnung war mit Kot, Müll, verschimmeltem Essen und Schmutzwäsche übersät. In den Räumen hing ein beißender Geruch. Es gab keinen Strom, nichts zu essen und kein Spielzeug für den kleinen Jungen.

Die 29-Jährige gestand die Tat vor dem Amtsgericht und zeigte Reue. Offensichtlich sei die alleinerziehende Mutter von insgesamt zwei Kindern völlig überfordert gewesen, urteilte das Gericht. Die Frau sei psychisch in ein tiefes Loch gefallen und nicht in der Lage gewesen, auch nur die einfachsten Dinge zu regeln.

Die Angeklagte hatte erklärt, sie habe ein ordentliches Familienleben geführt, bis ihr Mann sie im Jahr 2009 hochschwanger für eine andere Frau verlassen habe. Das Gericht hielt die Verzweiflung der Frau für glaubhaft. Sie müsse sich allerdings vorhalten lassen, keine Hilfe angenommen zu haben.

In das Urteil wurde eine Bewährungsstrafe wegen Misshandlung der damals zehnjährigen Tochter im März 2011 einbezogen. Schon damals war die Wohnung vermüllt. Das Mädchen lebt seither in einem Heim. Der Junge durfte nach zwei Monaten zur Mutter zurück.

dpa

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