Nach Lotto-Panne

Besondere Vorsicht bei Samstagsziehung

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Viel Wirbel um zwei der 49 Kugeln.

Mannheim - Bloß nicht noch einmal: Nach der Panne beim Mittwochs-Lotto will die für die Samstagsziehung zuständige hessische Lottogesellschaft sorgfältiger denn je sein.

Wir werden zur Sicherheit eine Probeziehung mehr vornehmen“, sagte die Sprecherin der zuständigen hessischen Lottogesellschaft, Dorothee Hoffmann, am Freitag in Wiesbaden. Die Ziehung wird vom Hessischen Rundfunk wie üblich live aus einem Studio im 53. Stock des Main Towers in Frankfurt übertragen. Die Ziehungsgeräte sind nach Angaben von Lotto Hessen ähnlich wie die beim ZDF, aber nicht völlig baugleich.

Gewinner verunsichert

Auch die Gewinner der regulären Ziehung sind nach der Panne beim Mittwochslotto verunsichert. Mit der Frage „Habe ich auch wirklich gewonnen?“ tastete sich ein Glückspilz aus Mannheim in der Stuttgarter Lottozentrale ans Geld heran, wie Lotto Baden-Württemberg am Freitag berichtete. Der Mann hatte bei der zweiten Ziehung mit fünf Richtigen und der passenden Zusatzzahl 148 089 Euro gewonnen. Er sei überglücklich gewesen, als der Lotto-Kundenberater ihm den Gewinn bestätigt habe.

Nach der Panne hat sich der Ansturm empörter Kunden in Annahmestellen und bei Hotlines von Lotto Rheinland-Pfalz wieder gelegt. „Es gibt noch einige Anfragen, aber es ist nicht mit dem zu vergleichen, was am Donnerstag geschehen ist“, sagte ein Sprecher der Lottogesellschaft am Freitag in Koblenz. Die Suche nach dem Fehler, der zu der Panne führte, geht indes weiter, wird aber wohl noch einige Tage dauern.

Am Tag nach der Panne hätten viele Tipper ihrem Ärger Luft gemacht, sagte der Lotto-Sprecher. In der kommenden Woche werde noch mit schriftlichen Beschwerden gerechnet. Vereinzelt habe es aber auch positive Reaktionen gegeben. Eine Anruferin habe gesagt, sie hätte bei der ungültigen Ziehung drei Richtige gehabt. Dass diese nun nicht zählten, sei zwar schade, aber eine Panne sei nun mal menschlich.

Die Ziehung des Mittwochslottos war in dieser Woche erstmals in der Geschichte nachträglich für ungültig erklärt worden, weil zwei Kugeln nicht in die Trommel gerollt waren. Das hatte zunächst niemand bemerkt, kurz danach folgte eine zweite Ziehung. Lotto Rheinland-Pfalz hatte von einem „mehr als peinlichen“ Vorgang gesprochen. Nach Angaben des ZDF, das die Ziehung übertrug, hatte das Gerät bei den üblichen Tests vorher einwandfrei funktioniert.

Gerät wird überprüft

Anfang nächster Woche wird das Ziehungsgerät nach Angaben der Lottogesellschaft vom Hersteller überprüft. Das werde beim ZDF in Mainz im Beisein des Ziehungsteams geschehen. In der darauffolgenden Woche werde das Gerät dann von den Prüfern des Prüfunternehmens SGS-TÜV Saarland unter die Lupe genommen. Der Hersteller stammt aus dem Saarland.

Südwest-Lotto-Chefin Marion Caspers-Merk kündigte ein besseres Fehlermanagement an. „Wir werden uns im Deutschen Lottoblock dafür einsetzen, dass die Ziehungsmaschinen von externer Seite überprüft werden.“ Ein Vorfall wie am Mittwoch dürfe sich unter keinen Umständen wiederholen.

dpa

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