Ursache noch ungeklärt

Nach Schiffsunglück: Main-Donau-Kanal wieder freigegeben

Erlangen - Die Bergung des Hotelschiffs auf dem Main-Donau-Kanal ist abgeschlossen. Der Kanal ist nach mehr als einem Tag wieder für die Schifffahrt freigegeben, die Ursache ist noch unklar.

Nach der Havarie eines Flusskreuzfahrtschiffs mit zwei Toten ist der Main-Donau-Kanal bei Erlangen wieder für die Schifffahrt freigegeben worden. Der Betrieb laufe inzwischen wieder ganz normal, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Der bei dem Unfall entstandene Schaden werde inzwischen auf einen „höheren sechsstelligen Betrag“ geschätzt.

Das in der Nacht zum Sonntag verunglückte Schiff „Viking Freyja“ wurde inzwischen abgeschleppt und liegt nun etwas entfernt von der Unfallstelle in einer Bucht. Noch sei unklar, wie lange die Untersuchungen zur Unglücksursache noch laufen werden, sagte der Sprecher. Auch ob das Schiff an Ort und Stelle repariert wird oder in eine Werft gebracht wird, wisse er bislang noch nicht. Die Unglücksursache sei weiterhin „absolut unklar“.

Drei Möglichkeiten kämen in Betracht: Menschliches Versagen, ein technischer Defekt oder eine Kombination aus beidem, sagte der Polizeisprecher. Die „Freyja“ war kurz nach ihrem Start in Richtung der ungarischen Hauptstadt Budapest verunglückt. Das nicht eingefahrene Führerhaus stieß in der Nacht zuerst gegen eine Autobrücke und danach noch gegen eine direkt daneben stehende Eisenbahnbrücke. Zwei 33 und 49 Jahre alte Besatzungsmitglieder starben - ein Matrose sowie der verantwortliche Schiffsführer.

Nach der Havarie mussten etwa 180 Fahrgäste sowie knapp 50 Seeleute noch mehrere Stunden auf dem Boot verbringen, bis sie am Morgen über einen provisorischen Rettungssteg an Land gebracht werden konnten.

Während der Bergungsarbeiten am Sonntag hatten die Retter mit vielen neugierigen Passanten zu tun, die mit ihren Handys Fotos und Videos machten. Manche Gaffer seien sogar auf den Rettungssteg gelaufen, über den die Helfer Passagiere und Besatzung vom Schiff gebracht hatten, sagte der stellvertretende Zugführer des Technischen Hilfswerks, Stefan Wagner, dem Portal „Nordbayern.de“. Die Rettungskräfte begegneten inzwischen bei fast jedem Einsatz solchen Schaulustigen. „Es ist eine Katastrophe“, sagte Wagner.

dpa

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