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NS-Verbrecher Priebke: Streit um Begräbnis

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NS-Verbrecher Erich Priebke ist am Freitag im Alter von 100 Jahren gestorben.

Rom - Nach dem Tod des NS-Verbrechers Priebke wird nach einem Ort für sein Begräbnis gesucht. Sowohl in Italien, Argentinien als auch in Deutschland wurde eine Beisetzung bislang abgelehnt.

Die Beisetzung des toten NS-Kriegsverbrechers Erich Priebke sorgt weiter für Diskussionen. Nach Tumulten bei einer Trauerfeier am Dienstagabend wurde sein Leichnam in der Nacht zum Mittwoch zum Militärflughafen Pratica di Mare bei Rom gebracht. Nun soll entschieden werden, wo Priebke bestattet werden könnte. In Italien wird über eine Beisetzung Priebkes in seiner brandenburgischen Geburtsstadt Hennigsdorf diskutiert. Weder die Stadtverwaltung noch das Innenministerium sehen dafür aber eine rechtliche Grundlage.

Anonymes Grab?

Wenn sich eine Bestattung in Brandenburg nicht vermeiden ließe, kommt für Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) allenfalls ein anonymes Grab infrage. Er befürchte ansonsten einen „Anziehungspunkt für Neonazis“, sagte er den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“.

„Bislang liegt uns aber auch keine entsprechende Anfrage der Angehörigen vor“, sagte eine Sprecherin von Hennigsdorf am Mittwoch. Der römische Anwalt Priebkes hatte angekündigt, dies im Namen der in Argentinien lebenden Angehörigen tun zu wollen. Die Behörden in Brandenburg sehen dafür keinen Grund: Weder die Friedhofsordnung von Hennigsdorf noch Brandenburgs Bestattungsgesetz lassen eigentlich Raum für eine Beisetzung in Brandenburg. Ein „besonderer Grund“ für eine Ausnahme - beispielsweise ein Familiengrab - liegt nach Angaben eines Ministeriumssprechers nicht vor.

„Ich weiß, dass über Entscheidungen nachgedacht wird und ich schließe nicht aus, dass es Kontakte zwischen unserer Regierung und der deutschen geben wird“, sagte jedoch Roms Bürgermeister Ignazio Marino nach Angaben der Agentur Ansa am Mittwoch. Italienische Medien spekulierten, die Leiche könne möglicherweise nach Deutschland gebracht werden. „Wir werden versuchen, die Situation im Laufe des Tages zu lösen, es gibt Kontakte mit Deutschland“, sagte der römische Präfekt Giuseppe Pecoraro. Die deutsche Botschaft in Rom wollte dies zunächst nicht kommentieren.

Piusbrüder veranstalten Trauerfeier

Priebke war vergangene Woche im Alter von 100 Jahren gestorben. Er war im März 1944 an dem Nazi-Massaker an 335 Zivilisten in der Nähe von Rom beteiligt. Sowohl die italienische Hauptstadt als auch sein langjähriger Wohnort Bariloche in Argentinien hatten einen Bestattung abgelehnt.

Die erzkonservative Piusbruderschaft, der auch Holocaust-Leugner Richard Williamson angehörte, hatte am Dienstag überraschend eine Trauerfeier für Priebke ermöglicht. Die von der katholischen Kirche abgespaltenen Traditionalisten werden oft mit antisemitischen Tendenzen in Verbindung gebracht. Die Gedenkfeier war jedoch abgebrochen worden, weil Familienangehörige und Freunde massiv gestört wurden. Die Polizei musste mehrmals eingreifen.

dpa

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