Diskussion um qualvolle Hinrichtungsmethode

Wird die Giftspritze in den USA abgeschafft?

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Eine Todeszelle in einem Gefängnis in Texas.

Washington - Trotz mehrerer qualvoller Hinrichtungen in den USA haben sich konservative Richter am Supreme Court skeptisch über ein Verbot von Giftspritzen geäußert.

Bei einer Anhörung über die Verfassungsmäßigkeit der umstrittenen Hinrichtungsmethode sagte der Richter Samuel Alito am Mittwoch, dass Todesurteile mit einer Giftinjektion sehr wohl "schmerzfrei" vollstreckt werden könnten. Ein "Guerilla-Krieg" von Gegnern der Todesstrafe sorge aber dafür, dass die Bundesstaaten sich die bislang verwendeten Mittel für die Giftmischung nicht mehr besorgen könnten.

Der Supreme Court hatte im Januar die Vollstreckung von drei Todesurteilen im Bundesstaat Oklahoma ausgesetzt. Das Gericht reagierte damit auf Einsprüche gegen die vorgesehene Giftmischung, die nach Ansicht der Todeskandidaten gegen das verfassungsrechtliche Verbot grausamer Bestrafung verstößt. Konkret geht es um das Beruhigungsmittel Midazolam, das die Todeskandidaten zunächst betäuben soll, ehe zwei hochgiftige Drogen zum Herzstillstand führen. Midazolam kam unter anderem bei der Hinrichtung von Clayton Lockett zum Einsatz, der vor einem Jahr nach 43-minütigem Todeskampf gestorben war.

Die linksliberalen Richter am Supreme Court teilten die Bedenken der Kläger, dass der Einsatz des Beruhigungsmittels zu großen Schmerzen führen könne. Elena Kagan sagte, es gebe einen "hohen Grad an Unsicherheit", ob das Mittel den gewünschten Effekt habe. Der Richter Stephen Breyer beklagte ein "verfassungsmäßig inakzeptables Risiko von Schmerzen" durch die wenig erprobten Giftmischungen. Das konservative Lager hat mit fünf der neun Richter allerdings eine Mehrheit. Die Entscheidung des Supreme Court wird im Juni erwartet.

Die Todesstrafe ist in 32 der 50 US-Staaten sowie auf Bundesebene erlaubt, die Zahl der Hinrichtungen geht seit Jahren aber beständig zurück. Bundesstaaten mit Todesstrafe griffen zuletzt immer wieder auf kaum erprobte Mischungen zurück, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern.

AFP

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